Statement bei Instagram

Hamiltons Wut auf Mercedes nach Istanbul-Strategie: Lewis reagiert auf Presse-Attacke

Lewis Hamilton.
Lewis Hamilton.
© Getty Images, Bongarts, AJB / WTM

11. Oktober 2021 - 14:33 Uhr

Erbost sei er nicht gewesen, der Lewis

Lewis Hamilton zählt zu den großen Verlierern des Formel-1-Rennens in der Türkei. Denn der amtierende Weltmeister verlor nach Platz fünf in Istanbul die Gesamtführung. Ärger bereitete dem Briten vor allem die Strategie seines Rennstalls Mercedes. Erbost, wie einige Medien anschließend berichteten, sei er über die Entscheidung der Kollegen jedoch nicht gewesen.

Kostet der Fehler tatsächlich die WM?

Die internationale Presse meinte es im Anschluss an den F1-Grand-Prix nicht gut mit Mercedes. Wie "Angsthasen" ("Daily Mail") habe sich das Weltmeister-Team präsentiert, als man ihn kurz vor dem Ende des Rennens zu einem "sinnlosen Boxenstopp gerufen" habe. Die englische "Sun" gab gar einen Einblick in Hamiltons angebliche Gefühlswelt: "Lewis Hamilton schimpfte über sein Mercedes-Team, nachdem dieses ihm die Chance auf einen Platz auf dem Podium vermasselt hatte." Viel schlimmer: Der Fehler würde ihn nun die WM kosten.

Der 36-Jährige hat einen Tag nach dem Rennen via Instagram Stellung zu seinem angeblichen Vorwurf gegen die Kollegen am Kommandostand bezogen. "Ich habe heute Morgen gesehen, dass die Presse etwas zu viel aus der gestrigen Sache über den Zeitpunkt des Boxenstopps im Rennen gemacht hat. Es ist nicht wahr, dass ich sauer auf mein Team bin." Hamilton betonte, dass sich der Erfolg nur über die Arbeit im Team einstelle. Man arbeite immer "hart an der bestmöglichen Strategie, aber im Rennverlauf muss man Entscheidungen treffen", die Faktoren würden sich permanent ändern.

"Hamilton hat sich Platz 5 selbst zuzuschreiben"

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"Wir sind in der Hitze des Gefechts alle viel zu leidenschaftlich"

"Gestern sind wir ins Risiko gegangen und sind draußen geblieben, weil wir gehofft haben, es würde trocknen. Das ist nicht aufgegangen." Der Boxenstopp kurz vor dem Ende sei letztlich "das Sicherste" gewesen, was man in der Situation habe entscheiden können. Dass der Brite seinem Unmut zunächst über den Funk freien Lauf ließ, sei nur normal. "Erwartet niemals, dass ich im Funk höflich und ruhig bin, wenn ich fahre. Wir sind in der Hitze des Gefechts alle viel zu leidenschaftlich, das gilt für alle Fahrer."

Letztlich kann die Frage, ob er das Regenrennen auf dem Istanbul Park Circuit wirklich mit einem einzigen Reifensatz vom Start bis zur Zielflagge als Dritter beenden können, nicht wirklich beantwortet werden. "Wir haben gezockt", sagte zuvor schon Teamchef Toto Wolff, "erst auf eine trocknende Strecke und dann darauf, es bis zum Ende mit einem Satz auszuhalten." Gegen Rennende aber wurde Hamilton so langsam, dass das Team den Fahrer überstimmte, um zumindest Rang fünf abzusichern. Im Nachhinein, räumte Wolff ein, "hätte ich zehn Runden früher gestoppt und auf der Strecke um die Positionen gekämpft." Mit dieser Taktik wäre Hamilton "wahrscheinlich Dritter oder Vierter" geworden, mutmaßte der 49-Jährige. (tno)