„Klar unterhalb von F1-Standard“

RTL-Experte Danner rechnet mit Miami-Strecke ab

 Formula 1 2022: Miami GP MIAMI INTERNATIONAL AUTODROME, UNITED STATES OF AMERICA - MAY 08: Charles Leclerc, Ferrari F1-75, leads Carlos Sainz, Ferrari F1-75, Max Verstappen, Red Bull Racing RB18, Sergio Perez, Red Bull Racing RB18, and the rest of t
Das erste Rennen auf dem Miami International Autodrome.
www.imago-images.de, IMAGO/Motorsport Images, IMAGO/Mark Sutton

von Emmanuel Schneider

Die Formel-1-Premiere in Miami stößt nicht überall auf Gegenliebe. Neben Fahrern wie Max Verstappen und Lando Norris kritisiert auch RTL-Experte Christian Danner die Strecke rund ums NFL-Stadion der Metropole in Florida.

Viel Kritik an der neuen Strecke

Die Formel 1 expandiert und hat vor allem die USA in den Fokus gesetzt. Der Erfolg der Netflix-Serie „Drive to Survive“ gibt der Motorsport-Königsklasse einen enormen Boost und Fan-Zuwachs in den Vereinigten Staaten. Das war schon beim Rennen 2021 in Austin (Texas) zu bemerken. Am vergangenen Wochenende schlug die Formel 1 erstmals ihre Zelte in Miami auf. Der Fan-Zuspruch passte, 80.000 Fans kamen nach Miami, um sich das versprochene Spektakel anzuschauen – ausverkaufte Hütte. Der Star-Andrang war immens. Michael Jordan, Michelle Obama, Tom Brady, Ashton Kutcher – die geballte Prominenz schaute vorbei. Die einhellige Meinung: Die Show drumherum passte, das Rennen an sich lieferte allerdings deutlich weniger Spektakel.

Und das lag eben auch an der Strecke. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Da war sehr viel künstliche Show dabei, die okay und lustig ist. Aber die Rennstrecke war ganz klar unterhalb von F1-Standard“, urteilt RTL-Experte Christian Danner. Diese sei in jeder Beziehung gar nicht gut gewesen. „Vom Asphalt bis zur Streckenführung.“ Seine klare Meinung: „Die Strecke fand ich wirklich nicht gut.“

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Verstappen lobt Atmosphäre, schimpft über den Grip

Seine Kritik fokussiert sich auf die Strecke. In Sachen Ambiente hätten sich Veranstalter und F1 große Mühe gegeben, um diese auf den Parkplatz rund ums Hard Rock Stadium hinzuzaubern. Danner vergleicht das Ganze mit einer Filmkulisse, „jetzt ist es wahrscheinlich schon alles abgebaut.“

Schon am Rennwochenende hatten auch Fahrer wie Max Verstappen oder Lando Norris den Streckenbelag, Grip und die Streckenführung teils massiv kritisiert und Nachbesserungen eingefordert. „Der Asphalt ist nicht auf Formel-1-Niveau“, beschwerte sich McLaren-Pilot Norris. Der zweite Sektor sei zu langsam, der Grip habe zu schnell abgebaut, erklärte Verstappen. Die enge Schikane war mehreren Fahrern ein Dorn im Auge.

Im Rennen behielt Verstappen trotzdem die Oberhand und holte den Premieren-Sieg, feierte anschließend auf dem Podium mit einem Footballhelm. "Die ganze Atmosphäre an diesem Wochenende war unglaublich", lobte der Weltmeister.

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"Miami ist ein Hingucker"

Der Vertrag zwischen der Formel 1 und den Veranstaltern läuft über zehn Jahre. Genügend Zeit also, um Anpassungen an der 5,411 Kilometer langen Strecke des Miami International Autodrome vorzunehmen. So wirklich überzeugt ist RTL-Experte Danner aber noch nicht. „Mit der Strecke wird es nicht einfach werden“, glaubt der frühere Rennfahrer.

Das Ambiente sei zwar toll, aber „es ist nicht so, dass die Stadt wackelt wie in Montreal zum Beispiel“, wo in der ganzen Stadt dann Party sei. „Da ist noch viel Luft nach oben“, sagt Danner, der aber auch lobende Worte findet. Dass man es überhaupt geschafft habe, dort zu fahren, hält er für „sehr gut“. „Miami ist ein Hingucker, auch wenn die Gegend, in der gefahren wurde, keiner ist. Was man dort an Eindrücken vermittelt hat, fand ich spannend. Das rein Motorsportliche war nicht spannend.“

Dass die F1 und die Veranstalter vor Ort nicht taub für Kritik sind, kündigten sie schon am Wochenende an. Man werde im Nachgang genau analysieren, ob es Verbesserungen brauche, hieß es. Man wolle die „bestmögliche Strecke“.