Marko erklärt Boxenstopp-Panne bei Verstappen

Warum der Bullen-Patzer mit einer Regeländerung zu tun hatte

Max Verstappen stand 11,1 Sekunden in der Box. Der Anfang vom Ende.
Max Verstappen stand 11,1 Sekunden in der Box. Der Anfang vom Ende.
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22. September 2021 - 8:16 Uhr

Ein Missverständnis mit Folgen

Der vermaledeite Boxenstopp von Monza! Über 11 Sekunden stand der WM-Führende Max Verstappen in Runde 23 beim Formel-1-Rennen in Italien beim Reifenservice. Kurz darauf knallte er mit Lewis Hamilton zusammen. Red-Bull-Berater Helmut Marko erklärt im RTL-Interview, wie es zu dem folgenreichen Fauxpas in der Box kam.

Auto war "längst fertig"

"Es gab eine Reglementsänderung, dass aus Sicherheitsgründen die Mechaniker 0,15 Sekunden warten müssen, bevor das Auto freigegeben wird", schildert der Österreicher im RTL-Interview die Ausgangssituation.

Anschließend sei es zu einem Missverständnis gekommen. "Ein entsprechender Knopf wurde nicht gedrückt und dadurch ist die Freigabe für den Lollipop-Mann nicht gekommen, obwohl das Auto längst fertig war", so Marko weiter.

Ärgerlich für den Rennstall, der eigentlich ständig den schnellsten Service in der F1 abspult. Der Patzer kostete nicht nur viel Zeit, sondern führte auch erst zu der Situation, das Verstappen Rad an Rad mit Hamilton kämpfte. Die Folgen sind bekannt.

System ausgebessert

Das Monza-Debakel soll sich nicht wiederholen, kündigt Marko an. "Es wird bei uns kontinuierlich trainiert, sonst hätten wir generell nicht die besten Boxenstopps. Hier wurde im System nachgebessert, dass so etwas nicht mehr passieren kann."

Hintergrund ist, dass die FIA in dieser Saison am Reglement Änderungen vorgenommen hat. Zum Rennen in Spa trat eine neue Regel bei den Boxenstopps in Kraft, die diese langsamer machen soll. Funktioniert wie folgt: Erst wenn die Radmutter beim Stopp vollständig festgezogen ist, schlägt ein Sensor aus und gibt dem Mechaniker das Signal. Ist das passiert, muss der Mechaniker mindestens 0,15 Sekunden warten, ehe per Knopfdruck das Okay zur Freigabe gibt.

Dadurch will die F1 die Stopps noch sicherer machen. Erst nach der Mindestzeit können die Mechaniker die "Okay"-Taste betätigen und das Rad als "fest" melden. Haben die vier Schlagschrauber OK gedrückt, darf die Ampel auf Grün springen – allerdings auch erst nach einer Reaktionszeit von 0,2 Sekunden. (msc/mar)