Ex-Boss plaudert aus dem Nähkästchen

Ecclestone: Habe Vettel in der Formel 1 gehalten

Sebastian Vettel und Bernie Ecclestone.
Sebastian Vettel und Bernie Ecclestone.
© dpa, Luca Bruno, DRB pat kno

30. Juni 2021 - 14:52 Uhr

Er hat wohl wieder die Finger im Spiel

Bernie Ecclestone ist eine Formel-1-Legende. Nun hat der jahrzehntelange F1-Boss über den aktuellen Titelkampf zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton gesprochen, sich die Lage von Mick Schumacher angesehen und verraten, dass er beim Wechsel von Sebastian Vettel zu Aston Martin die Finger im Spiel hatte. Auch zu Valtteri Bottas hat er eine überraschende Meinung.

Ecclestone wollte einen "glücklichen" Vettel

Sebastian Vettel sei bei Ferrari "nie so behandelt worden, wie er es verdient gehabt hätte", sagte Ecclestone der "Sport Bild".

Der viermalige Weltmeister habe bei der Scuderia Rückhalt und Zuneigung vermisst, berichtet der 90-Jährige, der ein sehr gutes Verhältnis zum deutschen Formel-1-Piloten pflegt. "Gerade im letzten Jahr wurde er alleine gelassen", ärgerte sich Ecclestone.

"Deshalb habe ich mich im Hintergrund bemüht, ihn in der Formel 1 zu halten und ihn in einem guten Team unterzubringen", verriet der langjährige Geschäftsführer der Königklasse und fügte an: "Ich wollte, dass er wieder glücklich ist."

Ecclestone schrieb Nachricht an Vettel

Also zog Ecclestone nach eigener Aussage im Hintergrund die Fäden und schaffte es, dass Vettel bei Aston Martin anheuerte. Dort lief zwar zuletzt auch noch nicht alles nach Maß, doch Vettel scheint wieder Spaß am Rennfahren zu haben und krönte seinen zwischenzeitlichen Aufwärtstrend mit Platz zwei in Baku. Ganz zur Freude von Ecclestone:

"Ich habe Sebastian in einer Textnachricht gratuliert und geschrieben: 'Es sieht so aus, als wirst du langsam wieder der Alte …'", erklärte Ecclestone.

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Vettel und Ecclestone haben ein gutes Verhältnis.
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Vettel werde auch in Zukunft wieder ganz oben auf dem Podium stehen, ist sich der 90-Jährige sicher. "Das Team muss nur alles zusammenbekommen. Ich hoffe sehr, dass ihm Aston Martin sobald wie möglich ein Auto zur Verfügung stellt, das gewinnen kann."

Solch einen Boliden hat derzeit Max Verstappen zur Verfügung. Der Red-Bull-Pilot liefert sich mit dem amtierenden Champion Lewis Hamilton einen packenden Kampf um die WM-Krone und liegt derzeit mit 18 Punkten Vorsprung in Führung. Ecclestone traut dem Niederländer den Titel in diesem Jahr zu.

"Er ist talentiert, schnell, aber braucht eben auch das Quäntchen Glück", warnte Ecclestone gleichzeitig vor allzu großer Euphorie.

Ecclestone würde Bottas nicht gegen Russell tauschen

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Fährt Valtteri Bottas auch 2022 für Mercedes an der Seite von Lewis Hamilton?
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Gefragt, ob Lewis Hamilton noch die absolute Nummer eins ist, sagte Ecclestone deutlich: "Nein, ich glaube, das ist er im Moment nicht. Die Top-6-Piloten können Lewis und auch Max schlagen, wenn sie das entsprechende Auto haben."

Den richtigen Champion zeichne der Unterschied aus, dass er auch mit schwierigen Situationen zurechtkommt, so der frühere F1-Boss weiter. "Aber man darf Lewis auf keinen Fall abschreiben."

Die Diskussionen um Hamiltons Wingman Valtteri Bottas versteht Ecclestone derweil gar nicht. "Er war über die ganzen Jahre ein loyaler Teamkollege, ein treuer Helfer von Hamilton. Das sollte man nicht vergessen und als Team hinter einem solchen Mann stehen", betonte Ecclestone, der Bottas keinesfalls gegen den derzeit gehandelten George Russell tauschen würde.

Mick Schumacher braucht laut Ecclestone ein anderes Team

Auch zu Mick Schumacher hatte Ecclestone klare Worte. Das Haas-Team könne dem Formel-1-Rookie nicht das geben, was er bräuchte, erklärte der Ex-Funktionär.

"Ich hätte mir von Anfang an gewünscht, dass er vielleicht zu Alfa Romeo geht. Dort hätte er mit Kimi Räikkönen einen schnellen, erfahrenen Teamkollegen gehabt, der gleichzeitig zu seinem Vater ein sehr gutes Verhältnis hatte", sagte Ecclestone. (sport.de/msc)