Besonders Wohnungen von Frauen sind vom Schwarzstaub betroffen

Fogging - wenn Wand und Schränke plötzlich schwarz werden

Schwarzstaub ist kein Schimmel
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16. Januar 2020 - 15:45 Uhr

Schwarze Zeiten für Ex-Bachelorette Jessica Paszka

Er taucht aus dem Nichts auf und sieht ziemlich eklig aus – schwarzer, rußiger Staub, der sich in Wohnungen, an Wänden, Schränken oder auch in Schubladen ausbreitet. Auch Ex-Bachelorette Jessica Paszka ist von dem Staubbefall betroffen. In ihrer Instagram-Story berichtete die 29-Jährige kurz nach Weihnachten völlig aufgelöst von ihrem Wohnungs-Horror: Sie musste die Feuerwehr rufen, weil sich in ihrer ganzen Wohnung ein schwarzer Film ausgebreitet hatte, den sie zunächst für Ruß gehalten hatte. 

bachelorette jessica paszka
Auch Ex-Bachelorette Jessica Paszka hatte es mit Fogging in der Wohnung zu tun.
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Fogging-Phänomen - was ist das?

Der schwarze, rußige Staub, der sich gerade im Winter in vielen Wohnungen breitmacht, ist auch als "Fogging-Effekt" bekannt, nach dem englischen Wort "fog" für Nebel. Und das mysteriöse Phänomen tritt genauso überraschend und schlagartig auf: Binnen kürzester Zeit ist in der Wohnung alles schwarz und grau, die Zimmerdecke, die Heizkörper oder auch, wie bei Jessica Paszka, das Innere der Schränke und Schubladen. In besonders hartnäckigen Fällen setzt sich der Staub sogar als schmieriger Film in den Haaren fest.

Hinter den auch als "Black Magic Dunst" oder "Schwarzstaub" bezeichneten Ablagerungen stecken oft schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOC), die aus Teppichböden, Tapeten oder Kunststoffoberflächen von Möbeln in die Raumluft entweichen. Diese Ausdünstungen verbinden sich mit dem Schwebstaub in der Raumluft (vor allem im Winter, wenn wir weniger Lüften) und setzen sich auf Möbeln, Gardinen und Wänden als schmieriger Belag ab.

Das Fogging-Phänomen tritt gehäuft erst seit den 1990er-Jahren auf, wie das Umbeweltbundesamt mitteilt. Was die Ursache für den plötzlichen Staubbefall ist, ist nicht abschließend geklärt. Klar ist nur: Der schwarze Staub macht sich vor allem in der Heizperiode breit. "Der Schwarzstaub-Effekt zeigt sich in der einsetzenden Heizperiode, weil dann weniger gelüftet wird", so das Umbeweltbundesamt.

Frauen sind häufiger „Fogging-Opfer“

Auffällig ist allerdings, dass viele Fogging-Quartiere von Frauen bewohnt werden. So hat das Analytiklabor "Alab" aus Berlin in 131 Schadensfällen festgestellt, dass rund zwei Drittel der sogenannten "Fogging-Wohnungen" ausschließlich von Frauen bewohnt sind. Der Grund ist möglicherweise, dass Frauen mehr Substanzen verwenden, die den Schmierfilm begünstigen. Dazu gehören unter anderem der Gebrauch der unterschiedlichsten (Spezial)-Haushaltsreiniger, aber auch Parfüm, Kosmetika, Räucherstäbchen, Kerzen und Duftöle.

Weitere mögliche Ursachen sind laut Umbeweltbundesamt vor allem:

Aber eine schwarze Wohnung ist kein Grund zur Panik! Denn der schwarze Staub ist zwar nicht schön, aber gesundheitlich völlig unbedenklich, wie das Umbeweltbundesamt mitteilt.

Was tue ich bei Fogging?

Zunächst sollte ein Schimmelbefall sicher ausgeschlossen werden und, wenn möglich, die Ursache gefunden werden. Anschließend können die Ablagerungen durch eine intensive feuchte Reinigung mit Spülmittelzusatz oder Kunststoffreiniger entfernt werden, rät das Umweltbundesamt.

  • Achtung: Einfaches Überstreichen bringt meistens keinen Erfolg, da die Ablagerungen durchschlagen.

Bei kleineren lokalen Schwarzstaub-Flecken:
Mischen Sie eine hoch konzentrierte Lauge aus Wasser und fettlösendem Reinigungsmittel, tupfen Sie das Areal mit der Lauge ab und heben Sie so die Ablagerung ab. Achtung: Nicht zu nass arbeiten und nicht wischen, sonst bilden sich leicht dunkle Tropfnasen und Schlieren.

Bei Befall der Tapete:
Versuchen Sie zunächst, die Tapete mit der Spülmittel-Lösung abzuwischen. Sollte das keinen Erfolg haben, bzw. die Tapete beschädigt werden, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die befallenen Bahnen abzureißen und neu zu tapezieren.

So können Sie Fogging vorbeugen

Achten Sie schon bei der Renovierung der Wohnung darauf, dass Sie Lösemittel- und weichmacherfreie Farben nutzen, Teppiche und Möbel mit dem Blauen Engel kaufen und danach intensiv lüftet, rät das Umweltbundesamt. Außerdem hilft:

Beratung bieten örtliche Gesundheits- und Umweltämter. Das Umweltbundesamt hält kostenfreie Broschüren und Downloads bereit.