17. Juni 2019 - 20:55 Uhr

Sie lieben Limo? Finden Sie lieber ein neues Lieblingsgetränk!

Besonders jetzt im Sommer schmeckt eine eisgekühlte Cola, Limo oder Spezi herrlich erfrischend! Viele würden jetzt am liebsten jeden Tag ein Glas der leckeren Softdrinks trinken – oder sogar noch mehr. Doch gesüßte Getränke sind nicht nur ein Figurkiller, sondern erhöhen auch das Sterberisiko. Das behaupten zumindest Wissenschaftler des Weill Cornell Medical Colleges in New York. So soll schon ein Glas Cola, Fanta und Co. am Tag das Darmkrebs-Risiko fördern. Wir haben bei einem Experten nachgefragt, was wirklich dran ist.

Je mehr Limo wir trinken, desto höher das Sterberiskio

US-amerikanische Forscher der Cornell University in New York entdeckten bei einem Versuch an Mäusen, dass schon ein mäßiger täglicher Konsum von Maissirup die Entwicklung von Tumoren aus Darmpolypen beschleunigt, wie die Wissenschaftszeitung "Science" berichtet. Bei Verwendung von Maissirup in Softdrinks besteht das Zuckerkonzentrat aus etwa 55 Prozent Fruktose und 45 Prozent Glukose.

Die Studie zeigt, dass speziell gezüchtete Mäuse größere Tumore entwickeln, wenn sie Maissirup ins Trinkwasser gemischt bekamen. Die Menge entsprach umgerechnet für Menschen eine Dose Limo. "Wer bereits Darmkrebs hat, könnte seine Tumore füttern, wenn er Maissirup trinkt" sagt Wissenschaftler Marcus Goncalves. Ein regelmäßiger Konsum von einem zuckerhaltigen Getränk kann also den zeitlichen Verlauf der Krebsentstehung beschleunigen.

Aber sind die Ergebnisse der Tierversuche auf den Menschen übertragbar?

Was sagt der Experte?

"Vorsicht", warnt Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller gegenüber RTL.de. "Der Versuch wurde an Mäusen und nicht an Menschen getestet – das ist ein großer Unterschied. Wir wissen nicht, wie Menschen darauf reagieren", sagt Müller. "Außerdem wiesen die genetisch veränderten Mäuse bereits Tumorzellen auf, die sich dann während der Versuchsreihe vergrößert haben. Also ist es faktisch nicht richtig, dass der Verzehr von Softdrinks Darmkrebs verursacht." Und wie das auch bei anderen zuckerhaltigen Sachen so ist: Es kommt immer auf die Menge an!

Maissirup: Viel gefährlicher als Haushaltszucker!

Im Video erklären wir, warum ein hoher künstlich erzeugter Fructosegehalt – Maissirup, auch unter Glucose-Fructose-Sirup oder Isoglukose bekannt – viel schädlicher ist als der herkömmliche Haushaltszucker. Natürliche Fruktose, die in Obstsorten vorkommt, gilt als "guter Zucker" und nicht schädlich. "Im Gegenteil, das menschliche Gehirn benötigt täglich 100 bis 130 Gramm an Zucker", so der Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller.

Wussten Sie übrigens, dass deutsche Fanta doppelt so viel Zucker enthält wie die britische? Das liegt vermutlich an der sogenannten Zuckersteuer, die es in Großbritannien gibt, bei uns aber (noch) nicht.

Anstatt zur Limo-Dose zu greifen, setzen wir in jedem Fall besser auf gesunde Erfrischungsgetränke. Das muss nicht unbedingt Wasser sein. Ungesüßte Eistees oder selbstgemachte Fruchtschorlen sind eine leckere Alternative und dabei auch noch richtig gesund!