Zwei Monate nach der Flutkatastrophe werden immer noch Menschen vermisst

Shadow sucht im Ahrtal nach Vermissten: Das ist Deutschlands einziger Spürfuchs

22. Oktober 2021 - 19:05 Uhr

Spürfuchs Shadow geht im Ahrtal auf die Suche

Im Juli wurde das Ahrtal von einer schrecklichen Flutkatastrophe getroffen. Mehr als drei Monate später wurden immer noch nicht alle Opfer gefunden. Bei der Suche nach den Vermissten nimmt Shadow eine ganz wichtige Rolle ein: Er ist Deutschlands einziger Spürfuchs – und hat im Katastrophengebiet schon ein paar Mal angeschlagen. Wie Shadow das Katastrophengebiet im Ahrtal absucht – in unserem Video.

Angehörige im Ahrtal hoffen auf Spürfuchs Shadow

Monate nach den schrecklichen Unwettern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, bei denen Hunderte Menschen ums Leben kamen, fehlt von zwei Personen im Ahrtal nach wie vor jede Spur. Jegliche Suche nach den Vermissten blieb bislang erfolglos.

Viele Angehörige setzen ihre Hoffnungen nun in Shadow, den einzigen Spürfuchs Deutschlands. "Wenn wir sie finden haben die Angehörigen Gewissheit", sagt Shadows Herrchen Marko Weber.

"Er hat die Nase immer auf dem Boden und riecht", erklärt Weber das Vorgehen seines Fuchses. "Wenn er was hat, fängt er sofort an zu graben und das ist ein Zeichen für mich: Jetzt haben wir einen Fund."

Shadow und sein Gespür sind die Hoffnung der Sucher

Nach der Flut im Ahrtal
Das Ahrtal Monate nach der Flutkatastrophe.
© deutsche presse agentur

Mindestens eine Stunde Auslauf bekommt Shadow pro Tag. An der Ahr schlug der Fuchs mit der feinen Nase bereits neun Mal an – jedes Mal fanden die Sucher anschließend etwas an der besagten Stelle.

"Bis jetzt haben wir mit Shadow nur tierische Sachen gefunden, Schafe, Nutrias, ein Reh und eine Ziege. Das hat er auch jedes Mal angezeigt", sagt Weber. "Wir hatten ihn vorher noch nie eingesetzt, wir haben ja alles mit der Drohne gemacht, das ist Plan B."

Unmittelbar nach der Katastrophe suchte Weber das Katastrophengebiet zunächst mit einer Wärmebildkamera ab, an einem Abend konnte er gleich drei Personen orten. Heute sind Vermisste so nicht mehr auffindbar. Darum setzten die Sucher ihre Hoffnung nun in Shadow und sein feines Gespür.

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Spürfuchs Shadow wurden von Menschen aufgezogen

Weber ist Wildtierschützer. Im Sommer sucht er gemeinsam mit seiner Frau Alexandra normalerweise mit einer Drohne nach kleinen Rehkitzen, die von ihren Müttern zurückgelassen wurden. Die Webers retten die Tiere vor dem sicheren Tod.

Auf ihrem Hof zieht das Ehepaar die Jungtiere mit der Flasche groß. 45 Wildtiere leben auf dem Grundstück. Die Webers kümmern sich gemeinsam mit Tochter Elly um sie. Unter den Tieren: Shadow und Frodo. Auch die beiden Silberfüchse wurden von den Webers aufgezogen. Ihre Mutter wurde von einer Pelzfarm in Polen verkauft und kam so zu den beiden Tierschützern.

Angst haben muss man vor Shadow nicht, sagt Weber. "Füchse sind Hosenschisser, das ist allgemein so. Der ist frech, wenn es um Futterklau geht. Aber sobald die eingeengt werden, geht's nicht groß auf Angriff." Im Ahrtal ist Shadow darum weiterhin gerne willkommen. (jda)