Nicht ganz sauber oder was?

Flüssigseife im Test: Beliebte Marken rasseln mit "ungenügend" durch

Eine Person wäscht sich mit Flüssigseife die Hände.
Seife ist nicht gleich Seife: Öko-Test hat 48 Flüssigseifen geprüft.
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Kaum verwunderlich: Seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 hat sich der Umsatz mit Seifen und waschaktiven Substanzen im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, im Kampf gegen Viren, Bakterien und mehr bleibt regelmäßiges Händewaschen eine der wichtigsten Regeln. Doch manche Flüssigseifen sollte man nur selten oder am besten gar nicht an die Haut lassen, wie Öko-Test jetzt festgestellt hat.

Am Stück oder flüssig - was ist besser?

Eine Glaubensfrage ist immer noch, ob die Seife am Stück besser reinigt als das Reinigungsmittel aus der Pumpflasche. Klar ist: So ein Seifenstück kommt mit weniger Verpackung aus und ist so besser für die Umwelt, weil weniger Wasser und damit Volumen verpackt und transportiert werden muss. Einen Vorteil haben flüssige Seifen dennoch, und der liegt in ihrer Zusammensetzung. Streng genommen handelt es sich nämlich gar nicht um Seifen, sondern um Syndets, die auf Basis synthetischer Reinigungssubstanzen funktionieren. Diese lassen sich besser auf den pH-Wert der Haut einstellen als eine klassische Seife und sind somit etwas milder.

Ungeachtet dessen taugt nicht jede Flüssigseife für den täglichen Gebrauch, wie Öko-Test in einer aktuellen Untersuchung von 48 Produkten heraus fand. Dazu wurde die Ware in Drogerien, Supermärkten, Discountern und Onlineshops eingekauft, darunter zwölf Produkte mit Naturkosmetikzertifizierung - zu Preisen zwischen 0,74 und 25 Euro je 500 Milliliter. Alle Seifen enthalten Parfüm - die ausgelobten Duftrichtungen variieren dabei von Milch und Honig bis Patschuli, von fruchtig-frisch bis holzig-herb.

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15 Seifen sind "sehr gut"

Im Labor wurden die Seifen auf problematische Duftstoffe, umstrittene halogenorganische Verbindungen und bedenkliche Konservierungsmittel wie Formaldehyd/-abspalter und im Einzelfall auf Isothiazolinone untersucht. Bei Produkten, auf deren Verpackung Angaben zum pH-Wert zu lesen war, wurde auch dieser überprüft. Anhand der Deklaration auf der Produktverpackung wurde untersucht, ob beispielsweise PEG/PEG-Derivate, aggressive Tenside und synthetische Polymere in der Rezeptur stecken.

Resultat: Alle zwölf Naturkosmetikprodukte und drei Flüssigseifen ohne Label überzeugen mit "sehr gutem" Gesamturteil. Darunter unter anderem: "Alterra Cremeseife Bio-Olive" (Rossmann, 2,48 Euro/500 ml), "Alverde Flüssigseife Bio-Olive Bio-Orange" (DM, 2,08 Euro) und die "Alviana Flüssigseife Bio-Limette" (Bonano, 2,09 Euro).

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Die Verlierer im Test

Durchgefallen sind eine Seife mit "mangelhaft" und vier weitere mit "ungenügend". Vier enthalten beispielsweise künstlichen Moschusduft und/oder PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger machen können. Polyzyklische Moschusverbindungen können sich im menschlichen Fettgewebe anlagern. In einer Flüssigseife fanden die Tester den Konservierungsstoff Chlormethylisothiazolinon (CIT). Dieser gilt als starkes Allergen und ist in kosmetischen Produkten, die auf der Haut bleiben und nicht wieder abgewaschen werden, verboten. Bei Produkten, die wieder abgespült werden, ist die Menge gesetzlich vorgegeben und darf nicht überschritten werden.

Als Konsequenz wurden "Molton Brown Heavenly Gingerlily Fine Liquid Hand Wash" von Kao Germany, "Palmolive Milch &Mandel Duft Sanfte Pflege Flüssigseife" von Colgate-Palmolive, "Sagrotan Hygiene Seife Hydra Care Apfel & Jasmin" von Reckitt Benckiser und "Tesori d´Oriente Hammam Handseife Arganöl und Orangenblumen" von Conter mit "ungenügend" abgestraft. (xwi/rka)

Alle Ergebnisse finden Sie auf ökotest.de.