Fünf Endspurt-Tipps von Finanztest

Jetzt noch Steuern für 2021 sparen: So geht’s!

Wer jetzt noch geschickt Ausgaben tätigt, kann sich bei der Steuererklärung 2021 freuen.
Wer jetzt noch geschickt Ausgaben tätigt, kann sich bei der Steuererklärung 2021 freuen.
© Getty Images/iStockphoto, AntonioGuillem

10. November 2021 - 12:03 Uhr

Steuererklärung 2021: Das sollten Sie zum Jahresende wissen

Kaum zu glauben, aber das Jahr 2021 neigt sich bereits seinem Ende zu. Bevor wir allerdings in wenigen Wochen einen Haken dran machen, lohnt es sich, die eigenen Finanzen noch mal genau unter die Lupe zu nehmen. Denn wer jetzt die Weichen richtig stellt, kann zum Teil ordentlich Steuern einsparen. Finanztest hat da ein paar Tipps für Sie!

Tipp 1: Steuererklärung für Vorjahre nachreichen

Sie können Ihre Steuererklärung abgeben – müssen aber nicht? Dann haben Sie nach Ende des jeweiligen Kalenderjahres noch vier Jahre dafür Zeit. Haben Sie keine weitere Nebeneinkünfte, können Sie bis zum 31.12.2021 also noch die Erklärung für 2017 freiwillig nachreichen. Die Einkünfte aus diesem Jahr wurden bereits durch den Lohnabzug besteuert – jeder Posten, den Sie nachträglich absetzen, korrigiert also die Steuerlast nachträglich nach unten.

Tipp 2: Rechtzeitig Steuerklasse wechseln

 Zwei Eheringe liegen auf Geldscheinen
Stimmt Ihre Steuerklasse auch 2022 noch?
© dpa, Stephanie Pilick

Sie sind verheiratet und erwarten 2022 Lohnersatzleistungen wie Eltern- , Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld? Dann sollten Sie prüfen, ob Ihre Steuerklassen optimal kombiniert sind. Die Person mit dem Lohnersatz sollte rechtzeitig zum Januar 2022 die Steuerklasse III wählen. Denn für die Höhe des Lohnersatzes ist das letzte Nettoeinkommen maßgeblich, und das ist in Klasse III höher, da weniger Steuern abgehen. Der Wechsel kann sich auch dann lohnen, wenn die besserverdienende Person dann mehr Lohnsteuer in der teuren Klasse V zahlen muss.

Auch Ehepaare mit Kinderwunsch sollten über einen Wechsel nachdenken: In der Regel sollte die Steuerklasse III von dem Partner, der Elterngeld bekommt, sieben Monate vor dem Kalendermonat beantragt werden, in dem der sechswöchige Mutterschutz vor der Geburt beginnt.

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Tipp 3: Arbeitsmittel direkt absetzen

Frau im Homeoffice, Tochter sitzt mit Tablet mit am Tisch
Sämtliche Computerausgaben für die Arbeit können im selben Jahr komplett abgesetzt werden
© imago images/MASKOT, Maskot via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Jeder Betrag, mit dem Arbeitnehmer über die Werbungskosten-Pauschale von 1.000 Euro herauskommen, verringert die Einkommenssteuer. Das kann man sich zunutze machen, indem man Job-Ausgaben zeitlich plant und zum Beispiel eine Fortbildung im Jahr 2022 bereits jetzt bezahlt und dadurch bei der Steuererklärung 2021 absetzen kann.

Arbeitsmittel bis 800 Euro netto werden auf einen Schlag im Kaufjahr abgesetzt, bei teureren Anschaffungen werden die Kosten auf die Jahre der voraussichtlichen Nutzungsdauer aufgeteilt. Neu ist jetzt allerdings: Ausgaben rund um den Arbeitscomputer (etwa PCs, Drucker, Monitore oder Software) können unabhängig vom Rechnungsbetrag komplett im Kaufjahr abgesetzt werden.

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Tipp 4: Eigenanteil bei Gesundheitskosten knacken

Gesundheits-Ausgaben wie etwa für Zahnersatz, eine neue Brille oder Medikamente, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, lassen sich von der Steuer absetzen. Allerdings gibt es für diese selbst getragenen Kosten eine sogenannte zumutbare Belastung – erst, wenn diese überschritten wird, wirken sie sich steuermindernd aus. Sämtliche nötigen Ausgaben sollten also möglichst gebündelt werden – etwa für ärztlich verordnete Arzneien, Therapien oder Hilfsmittel. Unter anderem werden auch Kosten für Kur, Reha, Psychotherapie und nicht anerkannte Therapien anerkannt – wenn ein Arzt hierfür vorher ein Attest ausgestellt hat.


Wie hoch Ihre individuelle zumutbare Belastung ausfällt, können Sie auf test.de ausrechnen. Wer knapp unter dem nötigen Betrag liegt, sollte den Zahnarzttermin vielleicht doch noch in diesem Jahr machen oder sich ein Privatrezept für freiverkäufliche Medikamente für die Hausapotheke ausstellen lassen.

Tipp 5: Kosten für Handwerker und Haushaltshilfen

Ein Maler spachtelt die Wände eines Zimmers glatt.
Der Maler war da? Gut für die Steuererklärung
© dpa, Patrick Pleul, ppl pil

Ob Mieter oder Eigentümer: Pro Jahr können Sie 6.000 Euro Ihrer Kosten für Handwerker & Co. im Haushalt in der Steuererklärung angeben. Dazu zählen etwa die Dienstleistung von Malern, die Erneuerung von Garten oder Bad, die Heizungswartung, die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum im Keller, Carports und so weiter. Anerkannt werden gesondert ausgewiesene Kosten für Lohn, Fahrt und Maschinen – Materialkosten zählen nicht. Auch Beträge für den eigenen Haushalt im Ausland können angegeben werden.

20 Prozent der Kosten, also maximal 1.200 Euro, wirken sich direkt steuermindernd aus. Die Bedingung ist nur, dass die Rechnung nicht in bar bezahlt wurde. Selbst, wenn das Handwerkerprojekt erst 2022 fertig wird, können jetzt schon Vorteile entstehen – etwa mit einem Abschlag. Denn ausschlaggebend ist nicht der Zeitpunkt der Rechnung, sondern der der Zahlung.

Noch mehr Steuertipps gibts bei Finanztest. (rka)