Trotz Stress die Ruhe bewahren

Fieberkrampf: So verhalten Sie sich jetzt richtig

Kleinkind mit Thermometer unterm Arm
Kleinkind mit Thermometer unterm Arm
© iStockphoto, Aynur_sib

07. August 2020 - 13:25 Uhr

Der Albtraum aller Eltern

Das Baby oder das Kleinkind bekommt plötzlich hohes Fieber und erleidet dadurch einen Fieber-Krampfanfall - der Albtraum aller Eltern. Der Körper des Kindes beginnt zu zucken, es verdreht die Augen und verliert das Bewusstsein. In den allermeisten Fällen ist der Fieberkrampf nach wenigen Minuten vorbei und es bleiben auch keine Folgeschäden. Sollte der Anfall aber länger als 15 Minuten andauern, kann die Ursache eine schwere Erkrankung sein.

Das sind die Symptome eines Fieberkrampfes

Ein Fieberkrampf ist für alle Eltern quälend. Das Kind verliert das Bewusstsein und wird steif. Die Atmung setzt kurzzeitig aus, Haut und Lippen färben sich blau. Die Augen werden starr, sie verdrehen sich, die Pupillen werden weit. Dieser tonischen Phase folgt die klonische Phase: Es kommt zu muskulären Entladungen in den Extremitäten, Muskel-Zuckungen sind die Folge. Die Atmung ist unregelmäßig, es bildet sich Schaum vor dem Mund, es kann zu Einnässen und Einkoten kommen. Meist dauert es nur wenige Minuten, danach bleibt das Kind noch für kurze Zeit bewusstlos und schläft danach erschöpft ein, ohne sich an den Krampfanfall erinnern zu können.

Richtiges Verhalten bei einem Fieberkrampf

Auf die Eltern wirkt das alles verständlicherweise sehr bedrohlich - vor allem, wenn sie ihr eigenes Kind zum ersten Mal so erleben. "So ist es denn auch leichter gesagt als getan, als Eltern möglichst Ruhe zu bewahren", sagt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in ihrem Ratgeber. "Dennoch sollten Sie genau dies im Falle eines Fieberkrampfes versuchen", so die Experten weiter.

Folgende 7 Punkte sollten Sie bei einem Fieberkrampf Ihres Kindes beherzigen:

RTL NEWS empfiehlt

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  • Bleiben Sie bei Ihrem Kind und versuchen Sie es zu beruhigen.
  • Bringen Sie Ihr Kind in die stabile Seitenlage – so dass das Gesicht gut zu sehen ist und Mund und Nase frei sind. Lockern Sie die Kleidung, damit es gut Luft bekommt.
  • Geben Sie acht, dass sich Ihr Kind im Verlauf des Krampfes nicht selbst verletzt – auch nicht durch zu starkes Festhalten – und polstern Sie harte Gegenstände in der Nähe durch Decken oder Kissen ab.
  • Falls Ihr Kind sich erbricht, achten Sie darauf, dass das Erbrochene nicht in die Lunge kommt.
  • Auf keinen Fall (!) darf das Kind geschüttelt werden, da es sich hierbei gefährliche Verletzungen zuziehen könnte.
  • Geben Sie Ihrem Kind auf keinen Fall etwas zu trinken oder zu essen - es droht Erstickung!
  • Versuchen Sie zu kontrollieren, wie lange der Anfall dauert. Gleichzeitig sollte möglichst rasch ein Arzt oder eine Ärztin über den Notruf verständigt werden.

Bei einem „komplizierten Fieberkrampf“ im Zweifelsfall den Notruf wählen

Nach dem Abklingen eines Fieberkrampfes sollten Sie die Körpertemperatur messen und wenn notwendig durch fiebersenkende Maßnahmen verringern. Suchen Sie danach unverzüglich einen Kinderarzt auf, damit der schwerwiegende Erkrankungen ausschließen kann.

Ihr Kinderarzt wird Ihnen dann eventuell ein "Notfallmedikament" verordnen und Ihnen seine Dosierung und Anwendung erläutern. In selteneren Fällen kann ein Krampf schon mal länger als 15 Minuten andauern, oder es zeigen sich andere Auffälligkeiten.

Ein sogenannter "komplizierter Fieberkrampf" muss durch Medikamente beendet werden. Im Zweifelsfall sollten Sie immer den Notarzt unter 112 verständigen!

GUT ZU WISSEN: Mehr Informationen zu Ursachen und Behandlung von Fieberkrämpfen

Rund drei bis vier Prozent der Kleinkinder erleiden im Laufe der Kindheit einen oder sogar mehrere Fieberkrämpfe. Mehr Informationen zu Symptomen, Ursachen, Behandlung und Vorbeugung von Fieberkrämpfen haben wir hier für Sie zusammengestellt!