RTL.de-Sondersendung: Ein Jahr Corona in Deutschland

Virologe Hendrik Streeck hält FFP2-Masken für Normalbürger für übertrieben

Einsatz von FFP2-Masken für alle nicht ratsam Streeck spricht Klartext:
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Streeck spricht Klartext:
Einsatz von FFP2-Masken für alle nicht ratsam

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Hendrik Streeck: OP-Masken sind gut genug

In Deutschland reichen die oft genutzten Alltagsmasken aus Stoff vielerorts nicht mehr aus. Wer mit Bus und Bahn fahren oder im Supermarkt einkaufen will, muss zum besseren Schutz vor dem Coronavirus eine OP-Maske oder eine FFP2-Maske tragen. Aber macht es wirklich Sinn, den teuren FFP-Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit zu tragen? Wir haben den Bonner Top-Virologen in der RTL.de-Sondersendung am Dienstagabend gefragt. Seine Antwort – im Video.

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Macht das Tragen einer FFP2-Maske überhaupt Sinn?

Der Bedarf an professionellen Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 wächst in Deutschland rasant. Laut der Vergleichsplattform idealo ist die Nachfrage im Vergleich zum November aktuell um 1.300 Prozent gestiegen. Ein Ende dieses Trends ist aufgrund der aktuellen Entwicklung nicht absehbar. Die Masken sind dafür gemacht, ihre Träger vor Flüssigkeitsteilchen, die dieser beim Sprechen oder Husten abgibt, zu schützen. Bislang werden sie primär von Ärzten und Pflegern genutzt. Doch nun sind sie in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften vorgeschrieben. In der RTL.de-Sondersendung „Ein Jahr Corona in Deutschland“ hat eine Zuschauerin den Bonner Virologen Streeck gefragt, ob denn das Tragen solcher Masken überhaupt Sinn machen?

Für seine Mitarbeiter im Labor mache das Tragen einer FFP2-Maske schon Sinn, sagt der Chef-Virologe der Uni-Klinik Bonn, „weil sie direkt einen Zugang zum Virus haben.“ Doch generell rät er davon ab, dass jeder die Masken nutzt. Aus zwei Gründen: Weil viele sie nicht richtig an Mund und Nase befestigen und weil man sie nicht länger als 75 Minuten am Stück tragen sollte. „Danach müsste eine 30-minütige Pause erfolgen“, so Streeck, „weil die Atmung dadurch einfach schwerer ist.“ Deshalb sei ein Allgemeingebrauch der Maske nicht ratsam.

FFP2-Masken werden nicht den Unterschied in der Pandemie machen

Das Tragen einer chirurgischen Maske mache hingegen im Nahverkehr oder beim Einkaufen im Supermarkt mehr Sinn, so Streeck, „weil sie mehrlagig ist und man kriegt sehr gut Luft dadurch.“ Wer dennoch eine FFP2-Maske tragen will und sich dadurch sicher fühlt, könne dies natürlich auch weiterhin tun, sagt der Professor. „Ich glaube, das Tragen einer FFP-Maske wird jetzt nicht den Unterschied in der Pandemie machen.“

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