FDP-Generalsekretär über die Bewertung der Corona-Lage

Inzidenz allein kann es nicht sein

12. Juli 2021 - 10:57 Uhr

von Andreas Kock

Welche Kriterien sollen für die weitere Bewertung der Corona-Pandemie ausschlaggebend sein? Die Inzidenz allein kann es nicht sein, meint FDP-Generalsekretär Volker Wissing. Außerdem spricht er sich gegen Zwangsmaßnahmen für Impf-Unwillige aus.

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Menschen in Krankenhäusern berücksichtigen

Volker Wissing, Generalsekretär FDP, hat den Stellenwert der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz-Zahlen relativiert. "Die Inzidenzen sind natürlich ein Hinweis darauf, wie sich die Pandemie entwickelt, aber allein auf die Inzidenz zu schauen, das ist sicher nicht richtig", sagte Wissing im "Frühstart" von RTL/ntv. In Zukunft müsse zusätzlich auf die Intensivbetten-Belegung geachtet werden. Aber auch das reiche noch nicht: "Wir müssen auch darauf achten, wie viele Menschen überhaupt hospitalisiert werden müssen", so der FDP-Politiker.

Zudem sollten laut Wissing die Eigenschaften der aktuell dominanten Virus-Varianten berücksichtigt werden. "Die Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante ist wohl höher. Aber gegenwärtig, sagen die Fachleute, steigen die schweren Fälle nicht." Das müsse einfach beachtet werden.

Argumente gegen Impf-Unlust

Angesichts des nachlassenden Impftempos hat sich FDP-Generalsekretär gegen einen indirekten Impfzwang ausgesprochen. "Grundrechte dürfen nur dann eingeschränkt werden, wenn es notwendig ist, sie einzuschränken. Das kann man aber nicht machen, indem man verdeckte Sanktionen für Nicht-Geimpfte einführt", so Wissing im "Frühstart" von RTL/ntv.

Bei besonderen Gefährdungen, die begründbar sein müssen, könne es aber durchaus Unterschiede zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften geben.

Aber an Stelle von offenem oder verdecktem Zwang sollten Menschen motiviert werden. "Wir haben sehr viele Kinder, Jugendliche, die unter dieser Pandemie erheblich gelitten haben und allein um jetzt ein Regelbetrieb in der Schule möglich zu machen, sollte doch jeder drüber nachdenken, ob er nicht einen Beitrag leisten kann, indem er sich impfen lässt", so Wissing im Gespräch mit RTL/ntv.

Das sei der bessere Weg: "Das Argument sollte in der Demokratie überzeugen und nicht der erhobene Zeigefinger." Wissing betonte gleichwohl, dass die Impfquote nach wie vor zu niedrig sei. "Wir dürfen uns nicht ausruhen im Sommer, sondern es muss jetzt Gas gegeben werden."