Sparen? Schön wär's!

Fast jeder Dritte ist am Monatsende blank

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Sparschwein mit Euro-Geldstücken liegt am 10.06.2010 zerbrochen in München (Oberbayern) auf einem Tisch. (zu dpa-Vorrausmeldung:"EU-Kommission will Gespräche um Einlagensicherung in Schwung bringen" vom 10.10.2017) Foto: P
Am Ende des Geldes ist noch Monat übrig.
kne sv axs kno dan vfd vfd kno, dpa, Peter Kneffel

Fast jeder Dritte hat am Monatsende kein Geld mehr übrig

Die Deutschen legen jeden Monat etwas beiseite – von wegen! Viele sind dazu gar nicht in der Lage, wie eine neue Studie zeigt. Fast jeder Dritte hat am Monatsende kein Geld mehr übrig. Unser Experte gibt Tipps, wie man dennoch sparen kann.

Am Monatsende blank

Seniorin zieht einen 20 Euro Schein aus ihrem Portemonnaie, Deutschland, Europa *** A 20 Euro Bill citizen pulls out her wallet Germany Europe Copyright: imageBROKER/JanxTepass ibxjte04634740.jpg Bitte beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen des d
Eine neue Studie zeigt: Fast jeder Dritte (31 Prozent) kann von seinem Einkommen nichts beiseitelegen.
imago stock&people, imago/imagebroker, imageBROKER/Jan Tepass

Immer mehr Menschen in Deutschland kennen das: Am Ende des Geldes ist noch Monat übrig. Fast jeder Dritte (31 Prozent) kann von seinem Einkommen nichts beiseitelegen, wie eine Studie der Bank Ing Diba zeigt. Damit ist die Lage noch schlechter als vor zwei Jahren. Damals mussten laut Ing Diba nur 27 Prozent der Deutschen aufs Sparen verzichten.

Nur Rumänien noch schlechter

Auch im europäischen Vergleich wirken diese Zahlen mies. Nur in Rumänien gibt es noch mehr Menschen, bei denen am Ende des Monats nichts übrig bleibt. Dort sind es 37,2 Prozent. In 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA haben sich die Autoren der Studie umgehört. Im Schnitt sind in Europa nur 26 Prozent der Menschen am Monatsende blank. Selbst in den USA bewegen sich die Zahlen in diesem Bereich. Und die Amerikaner gelten eigentlich als konsumfreudige Sparmuffel.

Diese Tipps gibt Tenhagen

ARCHIV - 29.03.2017, Rostock: Euro-Geldscheine, aufgenommen bei einem Pressetermin in der Filiale der Bundesbank. Die deutsche Wirtschaft verliert an Tempo. Die Staatskasse ist dennoch so gut gefüllt wie nie zuvor. Foto: Bernd Wüstneck/ZB/dpa +++ dpa
„Oft wissen die Betroffenen gar nicht, wie sie sparen können“, so der Experte.
bwu pat rho cul fux rho lof, dpa, Bernd Wüstneck

„Natürlich ist das ein Problem“, sagt Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip dazu. „Denn gerade für Leute, die es knapp haben, wäre es am sinnvollsten etwas erspart zu haben.“ Sonst müsse man in den Dispo, wenn Auto und Kühlschrank gleichzeitig kaputtgingen. „Oft wissen die Betroffenen gar nicht, wie sie sparen können“, so der Experte.

Sein Tipp: Noch einmal ganz systematisch die Ausgaben des Haushaltes durchgehen. Kosten für Strom, Handy oder Autoversicherung gehören auf den Prüfstand. Wer etwa bei Letzterer seine Raten monatlich oder vierteljährlich begleiche, müsse oft zehn Prozent mehr bezahlen. „Das ist schnell ein Hunderter im Jahr“, so Tenhagen. „So leppert sich das, da kommen schnell 1.000 bis 1.500 Euro zusätzlich für einen Haushalt zusammen.

Wer kann, spart wie ein Weltmeister

ARCHIV - ILLUSTRATION - Geldscheine (Euro) liegen am 15.03.2016 in Nürnberg (Bayern) in einem Sparbuch. Trotz der Niedrigzinsen müssen Privatleute nach Banken-Angaben nicht fürchten, beim Sparen bald draufzuzahlen. Foto: Daniel Karmann/dpa (zu dpa "B
Wer kann, spart wie ein Weltmeister.
dka fpt lof, dpa, Daniel Karmann

Die Studie zeigt aber auch, dass die Deutschen insgesamt sehr viel Geld auf der hohen Kante haben. Die Autoren fragten, wer mehr als vier Monatsgehälter angespart hat. Hier war Deutschland insgesamt vorne mit dabei – neben Frankreich, Italien und Polen. Wie das zusammen passt? Ganz einfach: Diejenigen, die sparen können, sparen wie die Weltmeister. Immerhin gibt es aber noch etwas wie eine solide Mitte. Darauf deutet zumindest hin, dass 52 Prozent der Deutschen am Monatsende nie das Geld ausgeht.

Muss der Mindestlohn steigen?

Tenhagen sieht auch die Politik in der Pflicht: Wenn es wirklich vorne und hinten nicht reiche, müsse möglicherweise der Mindestlohn steigen. „Es geht dann um die Frage, wie man für die Leute sorgt, dass die über die Runden kommen können.“ Für all jene, die sich am Monatsende fragen, wo das ganze Geld geblieben ist, hat er einen einfachen Tipp: Einfach mal jeden Cent aufschreiben, den man ausgegeben hat. „Wenn man einmal verstanden hat, wo das Geld bleibt, ist es oft einfacher, Einsparungen vorzunehmen.