Familientherapeutin zur Trennung von Jasmin und Willi Herren

Was tun, wenn die Familie den Partner nicht mag?

Jasmin und Willi Herren haben sich getrennt.
Jasmin und Willi Herren haben sich getrennt.
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16. April 2021 - 13:12 Uhr

„Personen aus seiner Familie“ schuld an Trennung von Willi

Im März 2021 machte Jasmin Herren die Trennung von Ehemann Willi bei Instagram offiziell - mit einer Liebeserklärung. Nicht nur ihre Follower wunderten sich darüber. Doch jetzt wurde klarer, was die 42-Jährige mit ihren mysteriösen Zeilen gemeint haben könnte. Nicht Willis Verhalten hat zur Trennung geführt, sondern das, was "Personen aus seiner Familie" getan haben, wie Jasmin uns jetzt im Video verrät: "Diese Personen haben mich regelmäßig bekämpft." Was tun, wenn die Familie den oder die Partnerin oder mich als Partner oder Partnerin nicht mag? Wir haben Familientherapeutin Ruth Marquardt gefragt.

Achtung, Schwiegermutter-Alarm?

Sie lieben Ihren Partner, aber die Familie oder bestimmte Familienmitglieder mögen Sie so gar nicht - und akzeptieren Sie einfach nicht? Das sorgt für Stress, auch mit dem Partner oder der Partnerin. "Es sind ja häufig die Schwiegermütter, die diese Thematik aufbringen, nicht alleine, aber die haben die größte Kraft, weil Mütter und Söhne eine besondere Beziehung haben", erklärt uns TV-Expertin und Hypnotherapeutin Ruth Marquardt. "Die Männer müssen dann oft einen Balanceakt vollziehen, sitzen zwischen den Stühlen und haben das Problem, es keiner der beiden Frauen recht machen zu können."

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IM VIDEO: Jasmin Herren spricht über Trennung von Willi

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Unterschwellige Erwartungen der Familie

Was der oder die Partnerin in einer solchen Situation erwartet, ist natürlich, dass der geliebte Mensch ganz klar zu ihr oder ihm steht. Aber die Familie erwartet natürlich genau das Gleiche: "Da gibt es oft unterschwellige Erwartungen", sagt uns Marquardt, "so nach dem Motto 'Wir haben dich gefüttert, groß gezogen, wir waren immer für dich da' - und jetzt kommt die, und will einfach unseren Platz einnehmen." Das werde oft gerade von Müttern, die nicht gut loslassen können, als Bedrohung empfunden, so die Familientherapeutin. Das sei aber nicht bösartig, vielmehr handele es sich um unbewusste Ängste. "Angst, nicht mehr der wichtigste Mensch im Leben zu sein, Angst vor Verlassen werden, davor, nicht mehr so oft besucht zu werden, aufs Altenteil abgeschoben zu werden."

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Was sollte ich tun, wenn die Familie mich nicht mag?

"Erst einmal sollte man das Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin suchen", sagt uns die Familientherapeutin. Im ersten Schritt kann der Partner schauen – ist das wirklich so, oder doch nicht? Danach macht ein Treffen mit der Familie Sinn, dort sollte man dann zusammen über die Unsicherheiten sprechen. "Viel zuhören, sich in Ruhe aussprechen, ohne Vorwürfe", betont Marquardt. "Dabei verstehen wollen: 'Wer ist die andere Person' – und das Angebot machen, vielleicht mit einem konkreten Zeitraum versehen: 'Du, gib mir doch eine Chance' – dann sehen wir, wie es in einem halben Jahr ist.

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Wie sollten die Eltern reagieren?

Natürlich wünschen die Eltern dem eigenen Kind normalerweise immer alles Glück der Welt. Aber darin liegt auch oft das Problem: Selbst wenn das eigene Kind erwachsen ist, wollen sie noch bei der Partnerwahl mitbestimmen, um genau dieses Glück lenken und herbeiführen zu können. "Da muss man den Müttern, den Eltern, den Familienmitgliedern den Zahn ziehen und sagen: 'Das kannst du nicht entscheiden!'", sagt Marquardt. Eine mögliche Haltung sei, die Partnerin nicht gutzuheißen - aber die Entscheidung des Kindes zu akzeptieren. "Die größte Liebe der Eltern, auch wenn es vielleicht nicht die schönste ist, wäre zu sagen: 'Okay, ich gehe zwar nicht mit' - aber ich lasse dir den Raum, deine eigenen Erfahrungen zu machen."

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Was kann ich von meinem Partner verlangen?

Läuft es dann nicht darauf hinaus, dass man seinen Partner oder seine Partnerin vor die Wahl stellt: Ich - oder deine Familie, dein Vater oder deine Mutter? "Ein selbstbewusster Mensch, oder hier im konkreten Fall, eine selbstbewusste Frau wird das sicher tun", sagt uns Therapeutin Marquardt. Wenn ein Partner nicht außerhalb der Partnerschaft vertreten werden könne, dann solle man sich selbst mehr wert sein. Ansonsten drohe ein immer wiederkehrendes Verhaltens- und Rollenmuster aus Opfer, Täter und Retter - das sogenannte Dramadreieck. "Und aus dem gibt es von selbst kein Entrinnen", so die Familientherapeutin. Ein Ausweg aus dieser Situation ist, einen oder eine Mediatorin hinzuziehen: "Es gibt mittlerweile viele Mediatoren, die sich auf solche Probleme spezialisiert haben", sagt uns die Familientherapeutin.

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