Fall Maddie McCann

Verdächtiger Christian B. will jetzt doch vorzeitig aus Haft entlassen werden

Christian B. wird verdächtigt, Maddie McCann entführt und getötet zu haben.
Christian B. wird verdächtigt, Maddie McCann entführt und getötet zu haben.
© Privat

30. Juli 2020 - 17:32 Uhr

Christian B. hatte gerade erst einen Antrag wieder zurückgezogen

Es ist ein seltsames Hin und Her, dass der Verdächtige Christian B. im Vermisstenfall Maddie McCann gerade abhält. Nun hat er schon wieder einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt. Das teilte sein Anwalt heute der Presse mit. Einen zuvor gestellten Antrag hatte er erst am Dienstag zurückgezogen.

Christian B. sitzt gerade wegen Drogenhandel ein

Seit Juni 2020 steht Christian B. im Fokus der Ermittler. Am Dienstag und Mittwoch ist in diesem Zusammenhang eine Kleingartenanlage durchsucht worden.

Aktuell sitzt Christian B. sitzt derzeit in einem Gefängnis in Kiel wegen Drogenhandels ein. Offiziell geht die Haft bis Januar 2021. Der Grund für den erneuten Antrag auf vorzeitige Haftentlassung: Bei seinem ersten Antrag sei das Landgericht Braunschweig zuständig gewesen. In die Braunschweiger Justiz habe der Angeklagte nach eigenen Angaben aber kein Vertrauen mehr nachdem das dortige Landgericht ihn seiner Auffassung nach zu Unrecht wegen Vergewaltigung einer 72-jährigen Amerikanerin verurteilt hatte. Deswegen aber er den Antrag wieder zurückgezogen.

Wie sein  Rechtsanwalt erläuterte, sei bei dem erneuten Antrag aber nun das Landgericht am Sitz der Haftanstalt zuständig. Und das ist Kiel.

Bei einer vorzeitigen Haftentlassung könnte Christian B. auf freien Fuß kommen

Bei einer vorzeitigen Haftentlassung könnte der Verdächtige trotz der laufenden Ermittlungen gegen ihn im Fall Maddie auf freien Fuß kommen. Grundsätzlich steht im zwar noch die Verbüßung der Strafe in dem Vergewaltigungsfall bevor. Nach Überzeugung der Braunschweiger Richter vergewaltigte der Mann im Jahr 2005 - rund anderthalb Jahre vor Maddies Verschwinden - im portugiesischen Praia da Luz eine 72-Jährige. Gegen das im Dezember 2019 gesprochene Urteil hatte der 43-Jährige aber Revision eingelegt.