Das kann echt jeder!

Fahrrad fit für den Frühling machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

13. April 2020 - 9:47 Uhr

Fahrrad im Frühlings-Look? 4 Tipps im Video!

Der Winter liegt in den letzten Zügen, die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und endlich startet auch wieder die Fahrradsaison. Also einfach draufschwingen und losradeln? Das geht oft nicht, denn meist hat der Winter unserem Rad ordentlich zugesetzt. Die Folge: Rad platt, die Schaltung zickt und das Licht leuchtet auch nur mit viel Fantasie. Aber doch wieder das Auto zu nehmen, kommt gar nicht infrage! Mit ein paar simplen Tricks bekommen Sie Ihr Fahrrad ganz einfach selbst wieder fit für die warmen Tage. Mit welchem Mittel Sie Ihr Rad von Winterschmutz befreien können und wie es den nötigen Frühlingslook bekommt, zeigen wir im Video. In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung sehen Sie, wie Sie Ihren Drahtesel wieder auf Vordermann bringen und worauf Sie dabei achten sollten.

Falls Sie für Ihren ersten Ausflug des Jahres noch einen guten Rucksack brauchen: Unser Fahrradrucksack-Vergleich zeigt, welcher gut ist und welcher eher nicht.

Darauf sollten Sie beim Fahrradcheck achten

Hat ein Fahrrad lange im Winter im Keller gestanden, muss man die "vitalen Funktionen" des Rades im Frühling checken - zur eigenen Sicherheit. Es ist auch gar nicht viel, was man machen sollte, aber ein paar Dinge sind wirklich unerlässlich: Lockere Schrauben, das Licht, die Bremsen. Was ist mit den Reifen, ist der Rahmen in Ordnung? Das sind die wichtigsten Fragen, die es bei der Reparatur oder dem Fahrrad-Frühlingscheck zu beachten gibt. Das Schöne am Fahrrad: Man kann wirklich fast alles selbst erledigen. Nur bei einigen kniffligen Sachen wie dem Einstellen der Schaltung sollte man lieber eine Reparaturwerkstatt aufsuchen. Denn schnell hat man größeren Schaden angerichtet und das ist wirklich nicht nötig. Hier erfahren Sie, welche Handgriffe nötig sind und dann geht's ab in die Sonne!

Schritt 1: Schrauben prüfen

Frau macht Fahrrad fit für den Frühling
Mit einem frisch reparierten Fahrrad macht der Frühling besonders Spaß
© iStockphoto, Todor Tsvetkov

Am besten mal kurz in die Werkzeugtasche greifen und nach dem Schraubendreher suchen. Dann werden Sie einen Blick auf die Schrauben und vor allem auf Schnellspanner an Sattel und Reifen. Sind Schrauben locker, einfach festziehen. Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die Schnellspanner legen, denn die können leicht aufgehen und es kann zu schweren Stürzen kommen.

Schritt 2: Funktioniert das Licht?

Klar, das Licht ist wichtig, um gesehen zu werden und selbst zu sehen. Auch wenn die richtige Beleuchtung im Sommer nicht ganz so entscheidend ist wie in der Winterzeit, muss Licht sein. Am besten ist ein Nabendynamo, der funktioniert immer. Stecklichter sind auch in Ordnung - sie leuchten meist sogar wesentlich heller als die normale Dynamo-betriebene Lampe, die zudem eine hohe Anfälligkeit hat.

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Schritt 3: Bremsen prüfen

Bei neuen Bremsen sehen Sie ziemlich deutlich die Kerben an den Bremsklötzen. Wenn diese Rillen nicht mehr deutlich zu erkennen sind, müssen die Klötze gewechselt werden. Ansonsten ruiniert man sich die Felge und das kann schnell teuer werden. Also lieber auf Nummer sicher gehen und rechtzeitig die Bremsen tauschen.
Beim Blick auf die Bremsen sollten Sie auch noch die Bremshebel testen: Die müssen leicht zu betätigen sein und schnell greifen. Es gibt mittlerweile vorzügliche Bremsen, die auch im Winter oder bei Nässe nicht mehr einrosten. Im Laden nach Hydraulik-Bremsen fragen.

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Schritt 4: Alles ok mit der Schaltung?

Die Schaltung kann natürlich auch leiden im Winter. Ist sie noch leichtgängig? Zu empfehlen ist eine Nabenschaltung, die vor allem im Flachland recht wenig unter Verschleiß leidet. Läuft die Schaltung nicht mehr rund, schauen Sie lieber im Fachhandel vorbei. Selbst daran herumzuschrauben, ist nicht angeraten - schnell verstellen Sie sonst versehentlich die Schaltung. Die Gänge sollten leicht und problemlos einzulegen sein.

Schritt 5: Die Kette ölen

Fahrrad wird repariert
Sie müssen kein Profi sein, um ein Fahrrad in Schuss zu bringen
© iStockphoto

Wer viel fährt, muss die Kette nicht nur regelmäßig ölen, sondern am besten auch erneuern - vor allem bei der Nutzung einer Kettenschaltung. Wichtig ist: Häufig ölen, vor allem nach dem Winter! Dazu bitte kein Speiseöl nehmen, sondern im Radladen oder online ein Fläschchen des passenden Produkts kaufen. Das kostet nicht viel und hilft enorm. Fragen Sie nach Kettenwachs oder Kettenöl. Das Öl beim Betätigen der Pedale (mit der Hand) über die Kette träufeln.

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Schritt 6: Fahrradreifen checken und aufpumpen

Natürlich verlieren sie Luft, wenn das Rad eine Weile steht. Also aufpumpen und auf Risse checken. Man sollte den Reifen ordentlich Luft geben, denn das verringert den Rollwiderstand. Rennradreifen können locker 6 bis 8 bar vertragen. Touren- und Trekkingräder können sie auf 3 bis 5 bar aufpumpen. Schlecht sind Schläuche mit Autoventilen. Die können Sie an der Tankstelle zwar schnell auffüllen, aber zu Hause oder bei einer Panne unterwegs sind Sie dann aufgeschmissen. Drehen Sie ruhig mal "am Rad". Läuft es rund, hat es vielleicht eine Acht? Eine leichte Acht bekommt der Mechaniker in der Werkstatt aus dem Rad wieder raus, bei einer schweren Acht muss ein neues Laufrad her. Auch die Tretlager können über den Winter etwas abbekommen haben. Rasseln die Pedale oder schnurrt alles? Läuft alles noch rund? Einfach mal checken.

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Schritt 7: Ruckeln Sie am Lenker

Bei betätigter Vorderbremse darf sich eigentlich nichts bewegen, wenn Sie am Lenker ruckeln. Gibt es Spiel, müssen Lenker oder Lenkkopflager festgezogen werden. Der Lenker muss sich generell bis zum Anschlag drehen lassen. Ein Fahrradwerkzeug-Multitool* hilft beim Check.

Schritt 8: Sattel und Gepäckträger genauer anschauen

Ist die Sitzhöhe des Sattels noch in Ordnung? Faustregel: Stellen Sie sich neben den Sattel. Ist Ihre Hüfte etwa auf Sattelhöhe, dann müsste es passen.

Weiter zum Gepäckträger: Hält das Teil noch? Ist der Gepäckträger verbogen oder sind Schrauben locker? Diese Fragen gilt es zu klären, besonders wenn Sie mit Satteltaschen fahren möchten. Satteltaschen* sind sehr praktisch, weil sie wasserdicht sind. Außerdem hat man nicht den schweren Rucksack (zum Beispiel beim Weg zur Arbeit) auf dem Rücken. Der Fahrtkomfort ist höher als man glaubt.

Und wer sein Rad ein wenig pflegt, der Kette immer mal einen Tropfen Öl gönnt und auch mal den Schmutz vom Rad entfernt (nicht mit Hochdruckreiniger, sondern am besten mit einem speziellen Reinigungsset*), dem steht ein toller Sommer bevor.

So. Und nun steht einer ausgedehnten Tour durch den Frühling schon nichts mehr im Wege. Viel Spaß und gute Fahrt!

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