Schwere Vorwürfe gegen Social-Media-Riesen

Facebook-Whistleblowerin: Profitgier statt Wohl der jungen Nutzer im Mittelpunkt

Vor allem auf  junge Kinder können soziale Netzwerke negative Effekte haben.
Vor allem auf junge Kinder können soziale Netzwerke negative Effekte haben.
© dpa, Jens Wolf

05. Oktober 2021 - 19:51 Uhr

Ex-Facebook-Mitarbeiterin warnt vor Facebook

Die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen, die zur Whistleblowerin wurde, hat im US-Senat öffentliche Einblicke in die Funktionsweise des Online-Netzwerks gefordert. "Facebook formt unsere Wahrnehmung der Welt durch die Auswahl der Informationen, die wir sehen", sagte Frances Haugen am Dienstag bei einer Anhörung vor dem US-Senat. Sie warnt vor den Effekten, die Instagram und Facebook besonders auf jüngere Menschen haben können.

Eine Studie zeigt: Instagram macht jedes dritte Kind krank.

Profit vor Wohl des Nutzers

Die Whistleblowerin warnte vor den Mechanismen von Facebook: Bisher wisse nur der Internetkonzern selbst, wie er den Newsfeed der Nutzer personalisiere. Facebook verweigere Forschern und Regulierern den Zugang dazu. Dabei bestehe die Gefahr, dass diese Mechanismen zum Teil das Potenzial hätten, ein Suchtverhalten vor allem bei jüngeren Nutzern auszulösen. Sie wirft Facebook und der Fotoplattform Instagram unter anderem vor, Profite über das Wohl der User zu stellen.

Haugen forderte ein Eingreifen der Politik: "Aus eigenem Antrieb wird Facebook weiter Entscheidungen treffen, die gegen das öffentliche Wohl gehen." In den USA löste besonders ihr Vorwurf Empörung aus, Facebook habe aus internen Studien gewusst, dass Instagram der psychischen Gesundheit einiger Teenager schade - aber keine konsequenten Maßnahmen dagegen ergriffen.

Im Video: Studie zu Instagrams Suchtpotenzial

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Software gegen Hatespeech und schädliche Inhalte nicht effizient genug

Die 37-Jährige war rund zwei Jahre bei Facebook, zuvor bei Google sowie der Fotoplattform Pinterest. Bei dem Online-Netzwerk arbeitete sie unter anderem an der Abwehr von Versuchen, die Öffentlichkeit vor Wahlen zu manipulieren.

Sie warnte bei ihrem Auftritt im Handels-Unterausschuss des Senats auch, dass Facebooks Versuche, Hassrede und schädliche Inhalte mit Hilfe von Software herauszufiltern, nicht effizient genug seien. Facebook verweist stets darauf, dass die Systeme immer besser darin würden, untersagte Inhalte zu entfernen, noch bevor Nutzer sie zu sehen bekommen. (dpa/khe)