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Exzessive Gewalt und Drogen: Bremer Hauptbahnhof wird zur Waffenverbotszone

Exzessive Gewalt und Drogen

Bremer Hauptbahnhof wird zur Waffenverbotszone

Bremer Hauptbahnhof
Der Bremer Hauptbahnhof bei Nacht.
Pixabay

Zwei Tage langes Waffenverbot

Das Feuerzeug brennt unter der Crackpfeife. Auf der Bank sitzt eine Dame, schätzungsweise 35 Jahre alt, mit tiefen Augenringen und dünnem, schütteren Haar. Sie zieht tief am silbernen Mundstück, die Entspannung setzt ein. Hinter ihr fährt die Straßenbahn in Richtung Flughafen ein und ein betrunkener und aggressiver Mann pöbelt herum. Drogen und Gewalt gehören am Bremer Hauptbahnhof leider zum alltäglichen und allabendlichen Bild. Weil bei Konflikten aber immer häufiger auch Messer eingesetzt werden, gibt es jetzt ein Verbot.

Die Polizei setzt Grenzen

Von Freitag ab 19 Uhr bis Samstag um 3 Uhr nachts und auch in der Folgenacht zur gleichen Zeit gilt ein Waffenverbot. Nicht erlaubt sind dann gefährliche Werkzeuge, Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Hieb-, Stoß- und Stichwaffen sowie Messer aller Art. Die Polizei will in dieser Zeit auch vermehrt Kontrollen durchführen. Mit der Aktion möchten die Beamten Erkenntnisse über die Täter gewinnen und vor allem eine Botschaft vermitteln: Waffen haben am Bahnhof nichts zu suchen.

Gewaltvoller Exzess

Im Vergleich zum vergangenen Jahr sollen laut Polizei zwischen Januar und September, vor allem abends und in der Nacht, mehr Messer bei Konflikten gezogen worden sein. Im Mai sticht ein Mann mit einem Messer auf eine Frau in einem Parkhaus in der Nähe des der Bremer Bahnhofsvorstadt ein . Am Bahnhof selbst soll es sich laut Polizei bei den bewaffneten Auseinandersetzungen aber hauptsächlich um Konflikte zwischen Betrunkenen handeln. Pendler und Reisende seien meistens nicht betroffen. (dpa,cta)