Temperaturen auf Rekordniveau

Hitzehammer und Eisluftschelle - das Wetterjahr der Extreme

Hoffen auf Regen in Brandenburg Großbrände bedrohen Dörfer
01:18 min
Großbrände bedrohen Dörfer
Hoffen auf Regen in Brandenburg

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von Björn Alexander und Paul Heger

Im Dezember ließ uns Väterchen Frost zwar ordentlich bibbern. Dennoch belegen erneut andere Kapriolen die vorderen Plätze in den Wetterstatistiken. Und an Rekorden mangelt es hierbei leider nicht.

Oben im Video: Extremsommer 2022 in Brandenburg – Großbrände bedrohen Dörfer

Krasse Klimaschelle - extreme Hitze schwappt nach Norden

Das Jahr war so wie es endet: auf Rekordniveau. 2022 ist noch vor den Hitzejahren 2018 und 2020 das wärmste Jahr seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881. Es war rund 2,3 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Die genauen Werte liefert bei der offiziellen Bewertung immer der Deutsche Wetterdienst. Und hierbei ist vorerst noch Abwarten angesagt.
Dennoch gilt: Der Rekord ist sicher. Und wohl auch kaum verwunderlich, wenn wir auf das mit Abstand wärmste Silvester aller Zeiten blicken, das vor uns liegt. Oder die mehrmaligen krassen Hitzewellen im Sommer mit 40 Grad in Norddeutschland - unter anderem in Hamburg! Oder der warme Herbst, in dem wir uns alle darüber gefreut haben, dass wir weniger heizen müssen.

Lese-Tipp: Deutschland im Sommer 2022 – Rekord-Hitze und katastrophale Trockenheit

Sonne am Limit: Das gab es noch nie

Einen Rekord gab es auch in Sachen Sonnenschein! Es kommen ja noch ein paar Stunden oben drauf, aber wir haben die Rekordjahre 2018 und 2003 bereits jetzt mit über 2020 Sonnenstunden locker übertroffen. Am sonnigsten war wieder mal der Südwesten. Gemessen an dem, was sonst normal ist, gab es im Bundesschnitt knapp ein Drittel mehr Sonnenschein als üblich. In manchen Orten im Südwesten aber auch im Westen gab es mehr als 50 Prozent mehr Sonnenschein als im langjährigen Klimamittel. Völlig den Vogel hat dabei der März abgeschossen. Noch nie war ein März so sonnig. Den alten Rekord haben wir quasi pulverisiert!

Lese-Tipp: Rückblick März 2022 mit Sonnenschein-Rekord und Saharastaub

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Krasse Sonnenbilanz

Ein Thermometer im prallen Sonnenschein
Sonne, Sommer und Hitze - ein prägender Dreiklang des Wetterjahres 2022
www.imago-images.de, IMAGO/Rene Traut

Neben dem ersten Platz bei den Temperaturen sticht das Wetterjahr 2022 ebenso bei der Sonnenbilanz hervor. Wir haben die Rekordjahre 2018 (2015 Sonnenstunden) und 2003 (2014 Sonnenstunden) bereits jetzt mit über 2020 Sonnenstunden übertroffen. Am sonnigsten war dabei der Südwesten. Gemessen an dem, was sonst normal ist, gab es im Bundesschnitt knapp ein Drittel mehr Sonnenschein als üblich. In manchen Orten im Südwesten aber auch im Westen gab es mehr als 50 Prozent mehr Sonnenschein als im Klimamittel von 1961 bis 1990. Völlig den Vogel hat dabei der März 2022 mit fast 240 Sonnenstunden abgeschossen. Das ist Sommerniveau und noch nie war ein März so sonnig.

Lese-Tipp: Rückblick März 2022 mit Sonnenschein-Rekord und Saharastaub

Viel Sonne gleich zu wenig Regen

Letztendlich war das Jahr wieder viel zu trocken. Es sind nur rund 85 Prozent des Regensolls gefallen. 15 Prozent zu wenig – klingt nicht viel, ist aber bei immer höheren Temperaturen sehr viel. Denn bei höheren Temperaturen wie in diesem Sommer, verdunstet auch mehr Wasser. Es müsste also mehr regnen, um das auszugleichen. Das Gegenteil war ausgerechnet in den heißen Sommermonaten der Fall, womit vor allem im Westen extreme Trockenheit und sehr niedrige Flusspegel herrschten. Hier wirkten sich auch schnell wieder die vorangegangenen Dürrejahre aus, denn im tiefen Boden war es schon von Anfang an viel zu trocken. Auch jetzt gibt es in Norddeutschland in den tiefen Bodenschichten weiterhin eine extreme Dürresituation.
Alles in Allem erlebten wir somit mal wieder ein extremes Wetterjahr mit vielen Rekorden.

Unwetter Jahr im Wettercheck

  • aktuell fast 2,3 Grad zu warm und damit Platz 1 seit Beginn der Aufzeichnungen
  • ebenfalls sonnenscheinreichstes Jahr mit über 2200 Sonnenstunden
  • zu wenig Regen mit nur etwa 85 Prozent des langjährigen Mittels
  • trockenster Ort war Gardelegen-Lindstedterhorst in Sachsen-Anhalt mit nur etwas über 300 Litern pro Quadratmeter, nassester Ort war Balderschwang in Bayern mit über 2000 Litern je Quadratmeter
  • die heißeste Phase des Jahres erlebte Deutschland um den 19. und 20. Juli mit bis zu 40,1 Grad in Hamburg-Neuwiedenthal
  • die kälteste Phase ereilte uns im zweiten Drittel des Dezembers - verbreitet mit unter -10, teilweise mit unter -15 Grad

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(bal, phe)