Tödliche Gefahr

Darum haben Schmusetücher nichts im Babybett verloren

19. Januar 2021 - 15:26 Uhr

Erstickungsgefahr durch Schnuffeltuch

Viele frischgebackene Eltern fürchten, dass sie sich in der Nacht auf ihr Baby rollen könnten und legen schon Säuglinge direkt ins eigene Bettchen. Wie gefährlich es dabei sein kann, dem Baby ein Schmusetuch mit ins Bett zu legen, zeigt der Fall aus dem Video.

Babyschlafsack statt Kissen und Decke

Für viele Eltern ist der plötzliche Kindstod die Horror-Vorstellung schlechthin. Mittlerweile sind glücklicherweise viele Risikofaktoren bekannt, die den plötzlichen Kindstod begünstigen, wie etwa die Bauchlage, aber auch Überwärmung und die Verwendung von Kissen und Bettdecken im Babybett. So hat sich der Schlafsack für Neugeborene und Babys mittlerweile etabliert. Dadurch wird verhindert, dass sich das Baby etwa die Decke über den Kopf zieht und erstickt.

+++Plötzlicher Kindstod: So senken Sie das Risiko.+++

Doch auch andere Gegenstände wie Kuscheltiere, Schmusetücher und ähnliches können für Babys zur tödlichen Gefahr werden. Davor warnt auch Kinderärztin Melanie Ahaus, der selbst entsprechende Fälle bekannt sind: "Die Gefahr darf man nicht unterschätzen. Kinder können sich Tücher über das Gesicht ziehen und sind im Alter weniger Wochen oder Monate noch nicht in der Lage, sich alleine wieder davon zu befreien."

Darum haben Kuscheltiere nichts im Babybett verloren

Die Kinderärztin rät dazu, Babys in den ersten sechs Lebensmonaten nichts mit ins Bett zu legen: "Kinder sollten von Geburt an im Schlafsack im eigenen Bett schlafen. Ohne Kuscheltiere, Schmusetücher oder ähnliches". Das Schlafen im elterlichen Bett sei keine Option. "Es gibt Fälle, in denen sich ein Elternteil im Schlaf auf das Kind gerollt hat". Ahaus rät dazu, ein Beistellbett neben das elterliche Bett zu stellen. So könne das Baby zum Stillen leicht rübergezogen und anschließend wieder zurück ins Bettchen gelegt werden."Am besten sollte das Baby im gesamten ersten Lebensjahr im eigenen Bett im Schlafzimmer der Eltern schlafen."

Danach gefragt, ab wann Babys denn Kuscheltiere beispielsweise mit ins Bett gelegt werden dürfen, rät die Kinderärztin: "Sobald das Kind eine gute Kopfkontrolle hat, mobiler wird, sich aus eigener Kraft drehen und aufrecht im eigenen Bett sitzen kann." Dies sei etwa ab dem 6. Lebensmonat der Fall.

+++Welche Schlafposition die beste für Ihr Baby ist erfahren Sie hier.+++

Sicherer Babyschlaf: Tipps für Eltern

  • Wärmflaschen, Kissen, Decken, Tücher und Stofftiere haben im Babybett nichts zu suchen.
  • Legen Sie Ihr Baby immer in einen Schlafsack und darin auf den Rücken zum Schlafen.
  • Verwenden Sie eine genau an das Babybett angepasste Matratze, die überdies schadstoffarm und maximal 10 cm dick ist. Ist die Matratze zu klein für das Bett, kann sich das Baby in den Lücken einklemmen.
  • Lassen Sie das Baby nicht mit Ihnen im Elternbett schlafen. Sie könnten sich in der Nacht auf das Baby rollen, zudem besteht Überhitzungsgefahr.
  • Stellen Sie das Babybett im Elternschlafzimmer auf, aber bitte nicht neben der Heizung oder an einen Platz, der starke Sonneneinstrahlung hat.
  • Wählen Sie zum Schlafen eine Raumtemperatur von 17-18 Grad. Ist es wärmer, droht ebenfalls eine Überhitzung.

+++Sicheres Babybett: Das sollten Eltern sonst noch beachten.+++