Anschreien, Klaps, Schütteln

Erschreckendes Reporter-Experiment: Wo fängt Gewalt gegen Kinder an?

30. April 2021 - 10:48 Uhr

Tag der gewaltfreien Erziehung am 30. April

Dass die Corona-Krise sich auf das Wohlergehen unserer Kinder auswirkt, ist nicht zu leugnen. Die Gewaltschutzambulanz Berlin etwa verzeichnete für 2020 14,4 Prozent mehr minderjährige Opfer von häuslicher Gewalt als im Jahr zuvor. Doch schon vor der Pandemie war die Entwicklung besorgniserregend. Der Tag der gewaltfreien Erziehung stellt dieses Problem jedes Jahr am 30. April in den Fokus.

Aber wo fängt Gewalt gegen Kinder überhaupt an? RTL-Reporterin Wiebke Wittneben ist dieser Frage schon vor Corona-Zeiten nachgegangen. Gemeinsam mit einer Mutter, ihrer Tochter (8) und ihrem "Baby" – in Wirklichkeit eine Puppe – wagt sie ein öffentliches Experiment: Erkennen Passanten auch Gewalt, bei der das Kind nicht angefasst wird? Und wann ist der Punkt erreicht, um einzugreifen? Das erschreckende Ergebnis des Versuchs und was Expertinnen dazu sagen, sehen Sie im Video.

Jedes Kind hat das Recht auf gewaltfreie Erziehung

Seit dem Jahr 2000 ist es im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig", besagt Paragraf 1631 Absatz 2 BGB.

Doch darüber, was als körperliche Gewalt gilt, gehen die Meinungen offenbar immer noch auseinander. Eine Umfrage der UNICEF zeigte: Fast jeder zweite Deutsche findet einen Klaps auf den Hintern in der Erziehung okay, und auch einer leichten Ohrfeige stimmen noch 17,6 Prozent zu.

Kindesmisshandlung wahrzunehmen und zu handeln, kann sehr schwer und unbequem sein – doch es ist dringend notwendig. Wie Sie mögliche Anzeichen dafür erkennen und was Sie tun können, um zu helfen, erklären wir hier.

Gewalt muss nicht körperlich sein

Gewalt kann allerdings auch ganz ohne Körperkontakt auskommen. Pädagogin und Buchautorin Anke Elisabeth Ballmann schockierte kürzlich mit einer krassen Aussage: "Die meisten Kinder werden in ihren ersten sechs Lebensjahren in Kitas psychisch misshandelt." In ihrem Buch "Seelenprügel" schildert sie heftige Fälle von seelischer Gewalt, die sie mit eigenen Augen erlebt hat.

Was Ballmann Eltern rät, um mögliche Übergriffe am Betreuungsplatz zu erkennen und zu verhindern, können Sie hier nachlesen.

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