Bundesumweltministerin Lemke im "Frühstart"

„Atomkraft ist nicht nachhaltig“

22. Dezember 2021 - 10:28 Uhr

Steffi Lemke (Grüne): "Atomkraft weder preiswerter noch sicherer"

In den nächsten Tagen gehen in Deutschland drei der letzten sechs Atomkraftwerke vom Netz. Die letzten drei Atomkraftwerke folgen dann 2022. Für die Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) wird damit der endgültige Atomausstieg besiegelt – eine Rückkehr oder kurzzeitige Verlängerung der Atomkraft schließt sie kategorisch aus: "Atomkraft würde unsere Energieversorgung weder preiswerter noch sicherer machen."

Die Umweltministerin weist darauf hin, dass ein erneuter Wiedereinstieg mit Kosten in Milliardenhöhe verbunden sei und es Jahrzehnte dauern würde, bis Atomkraftwerke wieder ans Netz gehen könnten. "Ich bin dafür, dass wir uns auf erneuerbaren Energien konzentrieren und auf Energieeffizienz und Energieeinsparung setzen."

EU könnte Atomkraft als "nachhaltige Energieform" einstufen

Während Deutschland die Atomkraft endgültig verlässt, diskutiert die EU-Kommission darüber, Atomkraft als nachhaltige Energieform einzustufen. "Das halte ich für den falschen Weg", so Lemke und sagt weiter: "Atomkraft ist nicht nachhaltig. Eine Technologie, bei der es keine Lösung für die Entsorgung von giftigen Müll gibt, kann nicht nachhaltig sein."

Mit Blick auf die europäischen Nachbarstaaten, die verstärkt auf Atomkraft setzen, sagt die Grünen-Politikerin: "Die Sicherheit in den Nachbarländern muss gewährleistet sein. Ich erwarte von den Staaten, dass sie ihre Nachbarländer darüber informieren, was mit dem Atommüll passiert." Über die noch anhaltende Suche nach einem passenden Endlager in Deutschland sagt Lemke: "Wir haben eine Endlagersuche vor uns, die noch Jahrzehnte dauern könnte." (dhy)