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Endlich flüssig sprechen: So funktioniert die Kasseler Stottertherapie

Endlich flüssig sprechen: So funktioniert die Kasseler Stottertherapie (KST)

Wie die Kasseler Stottertherapie Kindern hilft Redeflussstörung
03:03 min
Redeflussstörung
Wie die Kasseler Stottertherapie Kindern hilft

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Alltagssituationen werden zur Herausforderung

Tim möchte sich ein Eis kaufen. Der 11-Jährige weiß genau, was er möchte. Doch als die Kellnerin seine Bestellung aufnehmen möchte, wollen ihm die Worte einfach nicht über die Lippen kommen. Die Frau sieht ihn erwartungsvoll an. Tim wird nervös – und das macht das Stottern nur noch schlimmer. Was für die meisten Alltag ist, kostet Tim riesige Überwindung. Die Kasseler Stottertherapie (KST) hilft ihm dabei, seine Aussprache zu kontrollieren und neues Selbstbewusstsein zu gewinnen.

Betroffene sollen das kontrollierte Sprechen lernen

Beim Stottern handelt es sich um eine Redeflussstörung, die rund 800.000 Menschen in Deutschland betrifft. Problematisch sind dabei nicht nur die Kernsymptome, wie die Blockierung der Atmung und Stimmgebung. Das Stottern kann auch auf psychischer Ebene großen Schaden anrichten. Betroffene verspüren oft Scham und entwickeln eine regelrechte Sprechangst. Alltagssituationen werden somit schnell zur Mutprobe.

Ein Heilmittel gibt es leider nicht. Doch es gibt viele Therapiemöglichkeiten. Eine der erfolgversprechendsten ist die Kasseler Stottertherapie. Hier bauen die Therapeuten auf das Prinzip des "Fluency Shaping", bei dem Betroffene lernen sollen, dauerhaft flüssig zu sprechen. Dabei werden klassische Sprachübungen mit moderner Technik kombiniert. Speziell entwickelte Therapiesoftware hilft Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dabei, kontrolliert zu sprechen. Die sogenannte Teletherapie wird auch zur Nachsorge genutzt, um die Therapie-Inhalte zu festigen. Im Alltagstraining soll das Gelernte dann umgesetzt werden, beispielsweise indem man Passanten möglichst flüssig nach dem richtigen Weg fragt. Wie toll die Stottertherapie für Kinder funktioniert, sehen Sie im Video.

Seit 2014 gibt es auch eine Online-Stottertherapie

Die KST beschäftigt sich stark mit dem Einsatz digitaler Technologie in der Therapie. Seit 2014 wird deshalb die erste onlinebasierte Intensiv-Stottertherapie angeboten. Jugendliche und Erwachsene ab 13 Jahren können dabei von zu Hause aus an virtuellen Therapiesitzungen teilnehmen. Neben computergestütztem Sprachtraining gibt es Ton- und Videoanalysen sowie Atem-, Stimm- und Artikulationsübungen für eine strukturierte Nachsorge. Das Beste: Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.