Empfehlung zur Maske: DIY-Anleitung und Pflege-Tipps zum Mundschutz

Für einen selbstgemachten Mundschutz kommen je nach Geschmack verschiedene Muster zum Einsatz.
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16. April 2020 - 17:22 Uhr

Das müssen Sie wissen

Die Regierung gibt die "dringende" Empfehlung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Trotzdem sollen medizinische Atemmasken in erster Linie Krankenhäusern und Ärzten überlassen werden. "Besorgen Sie sich einfache Schutzmasken oder basteln Sie sich selbst welche und tragen Sie diese im öffentlichen Raum", rät Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt. Die selbst gebastelten Schutzmasken garantieren zwar keinen Schutz, trotzdem tragen sie dazu bei, die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Egal, ob für Nähanfänger oder Profis an der Nähmaschine: Bei den folgenden Vorschlägen ist für jeden eine Anleitung für die eigene Maske dabei. Für die Schutzmaske kann man unterschiedliche luftdurchlässige Stoffe verwenden. Beispielsweise Geschirrtücher, Baumwoll-T-Shirts, Kissenbezüge oder Leinenstoff. Empfohlen werden Textilien, die sich bei mindestens 60 Grad Celsius waschen lassen. Bevor man das Material verarbeitet, den Stoff vor den Mund halten und mehrmals ein- und ausatmen. Das Atmen sollte problemlos möglich sein.

Anleitung 1: Das Einsteiger-Modell

Für diesen Mundschutz benötigt man zwei Stoffstücke, die jeweils 17 x 22 Zentimeter groß sind, zwei Gummibänder mit einer Länge von 32 Zentimeter, eine Sicherheitsnadel und eine Nähmaschine. Sollte keine Nähmaschine vorhanden sein, funktionieren auch Nadel und Faden. Die Stoffstücke legt man übereinander, die "schönen" Seiten (die man am Ende sieht) sind dabei innen. Die Stoffe an den langen Seiten zusammennähen und umstülpen. Nun an den kurzen Seiten circa einen halben Zentimeter nach Innen einschlagen. Markieren Sie an den kürzeren Seiten von oben und von unten bei jeweils sieben Zentimetern die Stellen, an denen Sie später die Bänder anbringen. Schlagen Sie hier Falten ein und nähen Sie diese so an, dass ein Tunnel rechts und links für die Bänder entsteht.

Für die Träger nehmen Sie ein Gummiband und befestigen eine Sicherheitsnadel an einem Ende. Nun das Band durch den Tunnel ziehen und die Enden verknoten. Wenn Sie dies für beide Seiten gemacht haben, lassen sich die Knoten in dem Tunnel verstecken. Die Maske sollte an allen vier Seiten gut im Gesicht anliegen und keine freien Stellen zeigen. Wenn der Mundschutz zu locker oder zu eng ist, einfach den Gummi wechseln.

Anleitung 2: Die Gefaltene

Für alle, die keine Nähmaschine haben, und die auch nicht mit Nadel und Faden hantieren möchten, eignet sich der gefaltene Mundschutz. Dafür benötigt man ein Stofftuch wie ein Bandana (50 x 50 Zentimeter). Das Tuch von oben und von unten auf ein Drittel falten. So entstehen drei Lagen Stoff übereinander. Dann die untere und die obere Kante bis zur Mitte des Tuches falten, so ergibt es einen langen Streifen, der in der Mitte eine Öffnung hat. Nun das Tuch durch zwei Haargummis ziehen und bei jeweils einem Viertel von links und rechts platzieren. Dann die Enden über die Gummis in die Öffnung schlagen und die zuvor geöffnete Ober- und Unterkante wieder schließen. Fertig!

Anleitung 3: Für Fortgeschrittene

Die Maske für Profis unterscheidet sich durch einen zusätzlichen Draht im Mundschutz. Für die Anfertigung werden zwei 90 Zentimeter lange und zwei Zentimeter breite Stoffstreifen, sowie zwei 17 Zentimeter lange und zwei Zentimeter breite Stoffstreifen benötigt. Zum Fixieren im Nasenbereich dient ein 15 Zentimeter langer, biegsamer Draht. Der Grundstoff muss 34 x 17 Zentimeter groß sein. Für die Verarbeitung benötigen Sie eine Nähmaschine oder als Alternative Nadel und Faden.

Das große Stofftuch (34 x 17 Zentimeter) ist ein Mal in der Mitte zu falten. Die kurzen Seiten liegen nun übereinander. Bügeln Sie drei Falten in den Stoff. Diese sollen gleichmäßig verteilt und etwa 1,5 Zentimeter groß sein. Nehmen Sie nun die vier Streifen, falten und bügeln Sie auch diese der Länge nach. Die kürzeren Bänder legt man dann an die obere und untere Kante. Der Draht verstärkt den oberen Streifen, sodass der Atemschutz später an die Nase anpassbar ist. Nähen Sie dann beide Streifen mit dem Tuch zusammen. Die langen Bänder näht man seitlich an den Mundschutz, sodass ober- und unterhalb genug von den Bändern übersteht. So wird der Schutz später am Kopf befestigt.

Die Pflege-Tipps

Ein selbstgemachter Mund-Nasen-Schutz ist optisch gesehen ein wahres Highlight. Damit der Atemschutz nicht zur eigenen Gefahr wird, ist es wichtig, ihn richtig zu reinigen. Diese sechs Tipps helfen beim Umgang mit den Masken.

Tipp 1

Mehrere Lagen sind auch bei selbst produzierten Masken wichtig. Ebenso müssen die Seiten gut am Gesicht anliegen.

Tipp 2

Beim Hantieren mit dem Schutz ausschließlich die Bänder anfassen. Waschen und desinfizieren Sie Ihre Hände vor und nach dem Benutzen. Bevor Sie die Maske ablegen, sollten Sie sie wieder gründlich reinigen.

Tipp 3

Die Lagerung der benutzten und unbenutzten Masken ist wichtig. Der Mundschutz muss gut trocknen können, ohne dass er Berührungspunkte mit anderen Atemmasken oder Gegenständen hat. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Haken an der Wand.

Tipp 4

Die Mund-Nasen-Maske soll nur von einer Person getragen werden. Hier gilt das gleiche Prinzip wie bei Zahnbürsten: Markieren Sie Ihre eigene und teilen Sie diese nicht mit anderen. Bei der Unterscheidung hilft die Stoffauswahl oder Markierungen auf den Masken.

Tipp 5

Die korrekte Reinigung von Masken ist sehr wichtig. Nach Benützung ist sie bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen. Ein besonderes Waschmittel ist nicht nötig.

Tipp 6

Medizinische Masken sind prinzipiell ein reines Einwegprodukt. Da die Schutzmasken jedoch sehr gefragt sind, sind viele auf Mehrfachverwendung aus. Der Mundschutz lässt sich bei 70 Grad Celsius im Backrohr trocknen. Bei FFP-Masken sind Gummi und Filter heikel. Für eine schonende Reinigung legen Sie die Maske mit der Vorderseite nach unten auf zwei Schalen mit jeweils 50 Milliliter lauwarmen Wasser in die Mikrowelle. Bei 750 Watt wird der Schutz zwei Minuten lang getrocknet. Wichtig ist, dass der Atemschutz immer einwandfrei ist und keine Beschädigungen aufweist.

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