Vier Jahre lang geschlagen

Fehrmarner Eltern sollen Sohn schwer misshandelt haben

Symbolbild
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© picture-alliance/ dpa, Karl-Josef Hildenbrand

12. August 2021 - 16:17 Uhr

Mit Fäusten und Gruselfilmen

Der damals siebenjährige Junge soll Tag für Tag über mehrere Jahre von seiner eigenen Mutter und ihrem Lebensgefährten geschlagen worden sein. Laut dem stellvertretenden Direktor Hans Herbert Filter vom Amtsgericht Oldenburg in Holstein sollen die beiden Angeklagten in Burg auf Fehmarn den Jungen teilweise ganze Tage in seinem Zimmer eingesperrt haben. Der Junge wurde fast täglich misshandelt – mit Schlägen auf Kopf, Nacken sowie Ohrfeigen – einfach grundlos. Die Staatsanwaltschaft klagt die beiden Erwachsenen jetzt wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen an. Der Strafrahmen befindet sich zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Sohn musste Horrorfilme sehen

Der damals 7-Jährige soll zudem gezwungen worden sein, sich Horrorfilme anzusehen – Filme wie "Chucky die Mörderpuppe" oder "Es", so die Lübecker Nachrichten. Sein Stiefvater soll sich laut Anklage dann nachts in das Zimmer geschlichen haben und den Jungen erschreckt haben. Erst als eine Mutter von Freunden auf die Misshandlung aufmerksam wird und daraufhin die Polizei einschaltet, wird das Leid des Jungen beendet. Seitdem leben der heute 13-Jährige und seine jüngeren Geschwister laut Lübecker Nachrichten bei einer Pflegefamilie. Bei einer Hausdurchsuchung sollen außerdem zwei selbstgemachte Baseballschläger gefunden worden sein. Die Mutter des Jungen und ihr Lebensgefährte müssen sich weiter vor Gericht verantworten, weitere Verhandlungstage sind angesetzt. (jsc)