Ihre beiden Kinder leben mit schwerer Behinderung

"Schläfert eure Kinder doch ein!" Junge Eltern wehren sich gegen Hass im Netz

Bei Ava-Grace (4) und Henry (2) wurden Lissencephalie und Mikrozephalie diagnostiziert
Bei Ava-Grace (4) und Henry (2) wurden Lissencephalie und Mikrozephalie diagnostiziert.
Jam Press

Diese Worte tun weh – besonders in dieser ohnehin schon so schweren Zeit! Denn als Charlotte Smith (29) und Tom Harding (26) aus Bridlington, England, erfahren, dass ihre zwei Kinder vermutlich nicht älter als zehn Jahre alt werden, bricht ihnen der Boden unter den Füßen weg. Als das Paar seinen Kummer im Netz teilt, schwappt ihnen eine Welle von Hasskommentaren entgegen – ein Schock für die kleine Familie, die mit diesem schweren Schicksal zu kämpfen hat.

Beide Kinder sind schwerbehindert

Töchterchen Ava-Grace (vier) und Sohn Henry (zwei) leiden an Lissencephalie und Mikrozephalie, einer Fehlbildung des Gehirns und einer Entwicklungsstörung, bei der der Kopf unverhältnismäßig klein bleibt. Das hat zur Folge, dass beide sich nicht richtig entwickeln können.

Nachdem die jungen Eltern von der schlimmen Diagnose ihrer beiden Kinder erfahren, beginnen sie Videos auf TikTok zu teilen, um das Bewusstsein für die schwere Behinderung zu schärfen. Die kurzen Clips des britischen Paares zeigen das Leben mit ihren Kindern, die voraussichtlich nicht älter als zehn Jahre alt werden.

"Wir haben beide eine überwältigende Angst, dass uns nicht mehr viel Zeit mit unseren Kindern bleibt ... [und] es hat eine Weile gedauert, bis wir ein gewisses Maß an Frieden gefunden haben", erklärt Harding gegenüber der New York Post.

Charlotte Smith (29) und Tom Harding (26) mit ihren beiden Kindern
Charlotte Smith (29) und Tom Harding (26) mit ihren Kindern.
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Im Netz werden sie mit Hass konfrontiert

Als die 29-Jährige und der 26-Jährige die Kommentare lesen, die unter den Videos auftauchen, sind sie fassungslos. Dennoch versuchen beide, sich nicht von den schlimmen Reaktionen runterziehen zu lassen:

"Grausame Trolle sagen, unsere Kinder mit Behinderung sollten ‘eingeschläfert’ werden, weil sie jung sterben werden - aber wir konzentrieren uns darauf, die Zeit zu feiern, die uns noch bleibt", so das Paar.

Trotz der verletzenden Aussagen bietet das Paar den Kommentar-Verfassern die Stirn und versucht Herr der Lage unter ihren Videos zu werden: "Viele der giftigen Kommentare werden gelöscht, aber wir verstehen immer noch nicht, warum die Leute das Bedürfnis haben, so etwas zu tun."

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Charlotte und Tom mussten ihren Job aufgeben

Auch wenn sie versuchen stark zu bleiben – die Diagnose hat die junge Eltern „traumatisiert“, wie sie gegenüber NeedToKnow.Online erzählen.

Ihr Leben hat sich komplett verändert: „Wir mussten beide unsere Arbeit aufgeben, da wir nicht einmal mehr mit ihnen ausgehen können", so Smith. "Unser soziales Leben ist nicht existent, vor allem, weil wir immer in der Nähe sein müssen, falls sie schnell ins Krankenhaus müssen - unser tägliches Leben dreht sich ausschließlich um die Kinder."

Beide Kinder sind durch die Erkrankung stark in ihren Bewegungen eingeschränkt, können sich nicht aufrecht halten oder laufen. Der zweijährige Henry läuft außerdem Gefahr, sich an seiner eigenen Spucke zu verschlucken, da er an Speichelüberschuss leidet. Ava und Henry benötigen daher eine Vollzeit-Betreuung.

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Die Familie ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen

Weil beide Eltern nicht mehr arbeiten gehen können, erhalten Charlotte und Tom eine Invaliditätsrente und haben Pflegekräfte zugewiesen bekommen, die ihnen bei ihren täglichen Bedürfnissen helfen. Auch eine Wohltätigkeitsorganisation namens „Newlife“ unterstützt die Familie, so gut es eben geht.

Doch auch wegen der Hilfen, die beide Eltern beziehen, hagelt es Kommentare unter der Gürtellinie: "Ich kann es kaum erwarten, für den Rest meines Lebens für dieses Gemüse zu bezahlen."

Doch trotz aller Schwierigkeiten und trotz zwischenzeitlich schwerer gesundheitlicher Zwischenfälle bei den beiden Kleinen genießt das Paar die Zeit, die ihnen mit Ava-Grace und Henry verbleibt, in vollen Zügen.

"Die meisten Eltern freuen sich, wenn ihre Kinder laufen oder sprechen, aber wir freuen uns über die kleinen Dinge wie ein Lächeln oder Kichern beim Spielen." (jlu)

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