Gehirn-Tumor bei Gold-Heldin entdeckt

Schock-Diagnose für Paralympics-Star Elena Krawzow

Elena Krawzow holte bei den Paralympics in Tokio Gold.
Elena Krawzow holte bei den Paralympics in Tokio Gold.
© Imago Sportfotodienst

18. Oktober 2021 - 12:08 Uhr

Furchtbare Diagnose

Erst Gold, jetzt der Schock! Keine zwei Monate nach ihrem größten Erfolg über die 100 Meter Brust bei den Paralympics in Tokio hat Schwimmerin Elena Krawzow eine schlimme Nachricht mit ihren Followern geteilt. Bei der 27-Jährigen wurde ein Gehirntumor entdeckt – und leider auch noch kein gutartiger.

"Das ist für mich wirklich schrecklich"

Vor sechs Wochen bejubelte sie in Tokio noch ihre Goldmedaille, in der Heimat wurde Elena Krawzow nun von einer furchtbaren Diagnose geschockt: Die Paralympics-Siegerin aus Berlin leidet an einem Gehirntumor. "Dass mich ein Besuch beim Arzt so aus dem Leben reißt, hätte ich nie gedacht", teilte die 27 Jahre alte Schwimmerin über ihre Social-Media-Kanäle mit.

"Alle meine Termine habe ich erst mal gecancelt. Das ist für mich wirklich schrecklich, so plötzlich aus dem Leben raus gerissen worden zu sein", schrieb die sehbehinderte Athletin. "Seit Tokio plagen mich Kopfschmerzen und Schwindelattacken." Nach vielen Terminen im Urlaub habe sie die Ursache abklären lassen wollen. "Noch am Freitagabend bekam ich ein MRT mit Kontrastmittel und dann wurde es schon recht klar, es ist ein Tumor in der linken oberen Gehirnhälfte", teilte Elena Krawzow mit.

Jetzt soll so schnell wie möglich geheiratet werden

Ein ganz privater Termin soll aber keinesfalls abgesagt werden. "Mein Freund Phillip und ich wollten am 12. November heiraten. Nun versuchen wir, einen spontanen Termin die nächsten Tage zu bekommen, damit er alles entscheiden kann, wenn es hart auf hart kommt", sagte Krawzow der "Bild am Sonntag".

Am vergangenen Sonntag sei sie kurzzeitig in der Berliner Charité stationär aufgenommen worden, am Montag folgte eine Gewebeprobe. "Jetzt heißt es, zwei quälend lange Wochen abwarten, bis alle Ergebnisse da sind", schrieb sie. "Es wurden insgesamt neun Proben entnommen. Was schon feststeht: Kategorie 1, also nicht bösartig und gut behandelbar, ist er leider nicht", sagte die Sportlerin der "BamS".

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Beste Wünsche vom deutschen Paralympics-Team

Am 1. September erfüllte sie sich mit Gold über 100 Meter Brust einen lang ersehnten Traum. "Seit zehn Jahren arbeite ich darauf hin", sagte sie in Tokio. Silber gab es schon in London 2012, in Rio vier Jahre später war sie Fünfte. In der japanischen Hauptstadt folgte die Krönung: "Es war das Einzige, was mir gefehlt hat. Ich habe eine ganz, ganz große Befriedigung in mir."

Die Diagnose erschütterte nicht nur Krawzow. "Diese Nachricht nimmt uns alle sehr mit, und dennoch sind wir voller Hoffnung, dass alles gut ausgeht", erklärte das deutsche Paralympics-Team und wünschte: "Liebe Elena, wir sind mit unseren Gedanken und den besten Wünschen bei dir. Bleib stark!"

Genau das will sie, Elena Krawzow will kämpfen. "Jetzt muss ich mich erstmal um meine Gesundheit kümmern, aber wenn alles gut läuft, werde ich zum Leistungssport zurückkehren!", sagte sie. "Versprochen!" (dpa/sho)