Technik unterscheidet sich grundlegend

Elektroauto fahren: Das müssen Sie wissen!

Immer häufiger begegnen uns im Straßenverkehr Elektroautos.
Immer häufiger begegnen uns im Straßenverkehr Elektroautos.
© Anna Bryukhanova http://www.istockphoto.com/anouchka (Anna Bryukhanova http://www.istockphoto.com/anouchka (Photographer) - [None], Anna Bryukhanova

05. August 2021 - 10:37 Uhr

Kann ich einfach auf Elektro umsteigen?

Einsteigen, Zündschlüssel rumdrehen, Kupplung treten und Gang rein. Kupplung langsam kommen lassen, ein bisschen Gas geben und schon geht sie los, die wilde Fahrt. So haben die meisten es irgendwann in der Fahrschule gelernt. Doch wie geht das eigentlich beim Elektroauto? Gibt es da auch einen Zündschlüssel? Muss ich noch kuppeln? Und wie funktioniert die Gangschaltung?

So anders ist Elektroauto fahren

Kein Brummen, kein Röhren, keine Abgase: Ein Elektroauto ist leise, umweltfreundlich und langlebig. Damit sich ein E-Auto in Bewegung setzen kann, benötigt es zwei wesentliche Bestandteile: einen Akku als Energiespeicher und einen Elektromotor als Antrieb. Zum Starten stecken Sie wie gewohnt den Schlüssel ins Zündschloss oder drücken auf den entsprechenden Knopf.

Der Wagen läuft, doch es sind kaum Motorengeräusche zu hören. Selbst wenn Sie fester aufs Gaspedal treten, wird es kaum lauter. Zu hören sind dann lediglich das Rollgeräusch der Reifen auf dem Asphalt und der Fahrtwind. Das ist ungewohnt und wird dem ein oder anderen mit Sicherheit fehlen.

Schalten gehört der Vergangenheit an

Die meisten modernen Elektroautos verfügen nicht über klassische Schalt- oder Automatikgetriebe, wie man sie von Verbrennern kennt. Es gibt in der Regel nur einen Schalthebel mit den Modi "Parken" (P), "Rückwärts fahren" (R), "Leerlauf" (N für engl. "no-load") und "Fahren" (D für engl. "drive"). Und wo keine Schaltgetriebe benötigt wird, da fehlt auch die Kupplung.

Warum aber wird kein Getriebe mehr benötigt? Der Motor gibt bei einem großen Drehzahlbereich sofort das volle Drehmoment ab. Aus diesem Grund beschleunigen Elektroautos kraftvoll vom Start weg und diese Beschleunigung kann fast bis zur Höchstgeschwindigkeit ausgekostet werden.

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Reichweite weit vom Verbrenner entfernt

Einfach an eine der zahlreichen Tankstellen fahren und tanken – das ist mit einem Stromer nicht möglich. Denn E-Autos brauchen im Gegensatz zu Verbrennern keinen Sprit. Der Akku benötigt als Energiequelle Strom, doch das Netz an Ladesäulen, an denen Sie ihr E-Auto aufladen können, ist aktuell noch nicht sehr dicht. Laut de.statista.com liegt die Anzahl der derzeitigen Ladestationen in Deutschland (Quartal 3/2020) bei rund 20.400. Da kann eine längere Fahrt durchaus zum Problem werden. Zudem müssen Sie berücksichtigen, dass der Ladevorgang viel mehr Zeit in Anspruch nimmt als das Betanken eines Verbrenners.

Für die meisten Pendler ist die Reichweite von derzeit 100 bis 451 Kilometer pro "vollgetanktem" Auto aber völlig ausreichend. Vielleicht haben Sie ja sogar die Möglichkeit, Ihr E-Auto vor der eigenen Haustür ans Stromnetz anzuschließen oder auch vorhandene Ladesäulen am Arbeitsplatz zu nutzen.

Reparaturkosten und Wartung geringer

Die Kosten für Kundendienst und Wartung sind bei einem Elektroauto geringer als bei einem Benziner oder Diesel. Der Grund: Viele technische Komponenten kommen im E-Auto nicht vor. Keine Kupplung, keine Zündkerzen, kein Katalysator, kein Ölfilter, keine Auspuffanlage, keine Lichtmaschine, kein Vergaser, kein Tank und auch keine Luftfilter. Es muss kein Ölwechsel vorgenommen werden und die Bremsbeläge eines E-Autos verschleißen wesentlich langsamer als bei einem Verbrenner.

Der Kauf eines reinen Stromers wird vom Staat mit bis zu 9.000 Euro je nach Marke und Modell gefördert. Doch die immer noch hohen Anschaffungspreise und den damit verbundenen Wertverlust sollten Sie in Ihrer Überlegung, ein Elektroauto zu fahren berücksichtigen.

Neue Elektroautos dürfen nicht mehr lautlos sein

Machen Sie sich mit Ihrem Elektroauto und seinem Verbrauch vertraut und starten Sie anfangs mit kürzeren Stadt- bzw. Überlandfahrten. Danach sind auch längere Strecken mit Zwischenladungen sicher kein Problem mehr. Und denken Sie daran, dass der Stromer besonders bei geringen Geschwindigkeiten bis 20 km/h fast lautlos ist und Fußgänger oder auch Fahrradfahrer Sie dadurch nicht wahrnehmen können.

Alle neuen Elektroautos in der EU müssen seit dem 1. Juli 2019 allerdings mit einem akustischen Warnsystem ausgestattet sein. Das sogenannte AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) soll helfen, Unfälle zu verhindern. Dazu simuliert diese Einrichtung, zwischen dem Anfahren und dem Erreichen einer Geschwindigkeit von 20 km/h sowie beim Rückwärtsfahren, Fahrzeuggeräusche. Sobald Sie schneller fahren, sorgen die Rollgeräusche der Reifen für den notwendigen Sound.