Eklat im Ostseestadion

Rostock-Fans zeigen menschenverachtendes Banner

"Einer weniger, ACAB"-Banner auf der Südtribüne.
"Einer weniger, ACAB"-Banner auf der Südtribüne.
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18. Oktober 2021 - 14:29 Uhr

Heftige Reaktionen auf Banner

Ein Plakat und seine Folgen. Anhänger von Zweitligist Hansa Rostock haben mit einem Banner heftige Empörung ausgelöst. Es bezog sich offenbar auf einen verstorbenen Polizisten.

"Unfassbar, pietätlos und menschenverachtend"

"Das, was dort gezeigt wurde, ist schlichtweg unfassbar, pietätlos und menschenverachtend", sagte am Montag Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Torsten Renz (CDU).

Das Banner hatte die Aufschrift "Einer weniger, ACAB!" (All cops are bastards) und bezog sich laut Renz "respektlos und abfällig" auf den Tod eines Polizisten aus Hamburg. Dieser war nach Angaben der Polizeigewerkschaft (DPolG) Hamburg bei einem Lehrgang in Mecklenburg-Vorpommern nach einer nächtlichen Belastungsübung im Alter von 24 Jahren gestorben.

FC Hansa verurteilt Aktion

Renz betonte, dass Distanzierungen und Entschuldigungen des Vereins nicht mehr ausreichen. "Ich erwarte, dass die Verantwortlichen mit aller Konsequenz Einfluss darauf nehmen, dass solche herabwürdigenden Banner gar nicht erst ins Stadion gelangen können." Hansa Rostock hatte am Montagvormittag in einem Statement das Banner verurteilt.

Der Landesvorsitzende der DPolG Hamburg, Thomas Jungfer, verurteilte "mit aller Schärfe die widerwärtige und menschenverachtende Hassbotschaft sogenannter Fußballfans". Wer den tragischen Tod eines jungen Menschen benutze, um seinen Hass gegenüber Polizisten auszuleben, verletze sehr den Anstand, das respektvolle Miteinander und das Werteverständnis in der Gesellschaft. "Wir werden es nicht zulassen, dass das Gedenken an einen Kollegen entmenschlicht und in den Dreck gezogen wird."

Jungfer forderte Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) auf, Strafantrag zu stellen. Hansa Rostock sollte bei den Eltern des toten Polizisten um Entschuldigung bitten. Die Gewerkschaft erwarte zudem vom FC St. Pauli, bei dem Hansa Rostock am Sonntag zu Gast ist, ein positives Signal in Richtung Polizei. "Sie könnten sich von der Rostocker Aktion öffentlich distanzieren, mit dem Hinweis, dass so etwas in ihrem Stadion nicht geduldet wird", sagte Jungfer.(msc/dpa)