Finger und Hundeschnauzen weg von den abgefallenen Nestern!

Eichenprozessionsspinner: Auch in Herbst und Winter alles andere als ungefährlich

© ([None] (Photographer) - [None], iStock, Martin Nagel

3. Oktober 2019 - 9:09 Uhr

Gefahr durch Eichenprozessionsspinner noch nicht vorbei

In diesem Frühjahr und Sommer war es besonders schlimm: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners haben sich aufgrund der milden Witterung in vielen Regionen Deutschlands explosionsartig ausgebreitet. In gleichem Maße verbreiteten sich die Warnungen vor den Nachtfalter-Raupen. Denn die Brennhaare der Raupen sind für Mensch und Tier gefährlich und lösen teils heftige allergische Reaktionen aus.

Das Gift ist in den Haaren immer noch enthalten

Wenn die Nachtfalter geschlüpft sind, verbleiben die meist großen Nester an den Bäumen. Mit den ersten Herbststürmen fallen sie teils auf den Boden und werden vom Wind auf die Wege transportiert. Aber Achtung: Auch jetzt sind sie immer noch giftig! "Die feinen Gift-Härchen verbleiben im Nest und sind immer noch wirksam", bestätigt uns Sabine Krömer-Butz von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). 

Abgefallene Eichenprozessionsspinner-Nester bitte den Behörden melden

Immer wieder raten auf Facebook Hundehalter den Waldspaziergängern und Wanderern, ihre Hunde dringend von den abgefallenen Nestern der Eichenprozessionsspinner fernzuhalten. Auch Kinder sollten selbstverständlich tunlichst davon abgehalten werden, mit den Nestern zu spielen. Solche Warnungen sind durchaus ernstzunehmen, sagt Krömer-Butz.

Entwarnung gibt es allerdings für Großstadtbewohner, denn "in den Ballungsgebieten wurden die Nester von den Bäumen abgesaugt", so die Wald-Expertin. "Wenn jemand ein abgefallenes Nest auf dem Weg findet, dann bitte dem Forstamt oder dem zuständigen Grünflächenamt melden", rät sie Spaziergängern und Wanderern. Die kümmern sich dann um eine Entsorgung.

Das rät die Hautärztin, wenn es zu Berührung kommt

"Erstmal abduschen, aber nicht arg reiben an der Haut, weil man sonst die Härchen in die Haut reinreibt", empfiehlt Hautärztin Darinka Keil. "Und dann die juckenden Stellen am besten mit einer Kortisoncreme behandeln. Oder ein Antihistaminikum, das ist ein Mittel gegen Allergien, das man auch in der Apotheke kriegen kann." Das Beste ist allerdings, direkt zu einem Hautarzt zu gehen.

Die kleine Pauline in unserem Video hatte kein Glück und erlitt einen heftigen allergischen Schock. Wie es ihr erging, sehen Sie im Video!

Wie Sie Eichenprozessionsspinner erkennen können - und weitere Tipps gibt es hier!