Es geht um 2,8 Millionen Euro

Dreister Versicherungsbetrug? Mann in Ungarn ließ sich beide Beine von Zug abtrennen

Hat Sandor C. sich extra von einem Zug überrollen lassen, um Geld von seiner Lebensversicherung zu bekommen?
Hat Sandor C. sich extra von einem Zug überrollen lassen, um Geld von seiner Lebensversicherung zu bekommen?
© deutsche presse agentur

11. November 2021 - 20:18 Uhr

Sandor C. schloss vor Zugunfall mehrere Risikolebensversicherungen ab

Wollte er einfach nur Millionen abzocken und hat sich dafür beide Beine abtrennen lassen? Ein ungarisches Gericht verurteilte nun den 54-jährigen Sandor C., wie die Zeitung "Mirror" berichtet. Er soll sich vor einen Zug auf die Gleise gestürzt haben, um sich beide Beine abtrennen zu lassen. Offenbar wollte er so an eine Versicherungsleistung von 2,8 Millionen Euro kommen.

Ungarn: Beine mussten nach Zugunfall amputiert werden

Das zentrale Bezirksgericht im ungarischen Pest soll festgestellt haben, dass der Mann aus Ungarn, im Jahr vor dem Vorfall 14 Risikolebensversicherungen abgeschlossen hatte. Also Versicherungsbetrug? C. hingegen beteuert laut "Mirror" seine Unschuld. Er bestehe darauf, dass er 2014, als sich das Unglück ereignete, auf eine Glasscherbe getreten und vor einen fahrenden Zug gefallen sei.

Anschließend mussten den Berichten von "Mirror.co.uk" beide Beine unterm Knie amputiert werden, C. träge seitdem Prothesen und sitzt in einem Rollstuhl. Zudem behaupte der Mann, dass er durch die Arztrechnungen und die Anwaltskosten inzwischen pleite sei. Denn seinen Job habe er ebenfalls verloren.

Sandor C. will jetzt Jura studieren

C. wurde den Medienberichten zufolge zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Außerdem soll er die Rechnung über 6.400 Euro für seinen Anwalt begleichen. "Ich finde das Urteil sehr eigenartig. Natürlich ist es nicht das, was ich erwartet habe. Ich bin enttäuscht", erklärte er dem "Mirror". Dennoch sei er nicht hoffnungslos, er habe noch Pläne. Und so wolle der 54-Jährige Jura studieren. Er hoffe, eines Tages andere Menschen unterstützen zu können, die von großen Unternehmen missbraucht wurden. (jmu)