Diskussion um Bild von Paul Nicklen: Wurde DIESER Eisbär zu Unrecht zum Symbol für den Klimawandel?

28. Dezember 2017 - 17:49 Uhr

Durch den Klimawandel finden viele Eisbären kaum Nahrung - doch das Tier auf dem Foto war wohl krank

Auf der Baffininsel im kanadischen Teil der Arktis torkelt ein abgemagerter Eisbär durch die Landschaft. Geschwächt und hungrig ist das sterbende Tier auf der Suche nach Nahrung. Normalerweise sollte es in dieser Gegend vor Robben nur so wimmeln, die Hauptnahrungsquelle des Eisbären. Doch der Klimawandel lässt das Meereseis schmelzen. Die Folge: Der Eisbär kommt nicht mehr an seine Nahrung heran und verendet qualvoll. Das behauptete zumindest der Fotograf Paul Nicklen, der das Foto aufgenommen und als Symbol für den Klimawandel im Netz verbreitet hat. Unter Eisbär-Experten machte sich danach allerdings Empörung breit.

Fakt ist: Die Zahl der Eisbären geht durch den Klimawandel zurück

Der Inuit Leo Ikakhik habe schon viele Eisbären gesehen, aber in diesem Fall sei nicht der Klimawandel das Problem, sondern eher eine "Erkrankung sein oder eine Verletzung". Nach einem Kampf könnte der Bär nicht mehr stark genug gewesen sein. Mit dem Klimawandel jedenfalls habe das Bild nichts zu tun, so Ikakhik.

Der Eisbär ist perfekt an die Lebensbedingungen der Arktis angepasst. Er nutzt das zugefrorene Meer als Pfad, um zu seiner Beute zu gelangen. Doch durch die weltweit steigenden Temperaturen schmilzt das Eis und lässt die Jagdpfade der Tiere verschwinden. Für den Eisbären hat das katastrophale Folgen. Er findet nicht genügend Nahrung und muss hungern, im schlimmsten Fall sogar verhungern.

Immer weniger Eisbären laut WWF

Mit der stetig schrumpfenden Eisfläche verkleinert sich gleichzeitig die Zahl der noch lebenden Eisbären. Wie die Tierschutzorganisation 'WWF' berichtet, wurden im Jahr 2004 noch 1.500 Eisbären in der Beauford See in Alaska und im Nordwesten Kanadas gezählt. Zuletzt waren es nur noch 900. Schuld an der Situation hat vor allem der Mensch. Immer mehr Tiere sterben, weil sie sich nicht schnell genug an die sich veränderten Ökosysteme anpassen können. Eisbären sind davon besonders betroffen.