Hilfe für Mamas und Papas

Diese 5 Ratgeber-Bücher sollten Eltern zuhause haben

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30. Juli 2019 - 7:26 Uhr

Eltern-Ratgeber-Bücher ohne erhobenen Zeigefinger

Kinder sind das Beste, was vielen Menschen in ihrem ganzen Leben passiert. Niemand kann uns darauf vorbereiten, was die Liebe zu unseren Kindern mit uns macht. Wenn sie uns aus großen Augen anstrahlen, sich nachts an uns kuscheln oder mit ihrer kleinen Hand nach unserer greifen - gibt es etwas Schöneres? Doch wenn unser kleiner Lieblingsmensch plötzlich alles diskutiert oder sich ohne ersichtlichen Grund trotzend auf die Erde wirft, sind wir auf einmal ganz schön herausgefordert. Wie gut, dass es Bücher gibt, die sich auch den Grenzerfahrungen der Erziehungsarbeit widmen. Im Dschungel der Eltern-Literatur müssen sich frisch gebackene Eltern allerdings erstmal zurechtfinden. Und das, obwohl kaum Zeit für irgendetwas ist. Wir nennen Ihnen fünf Titel, die schon vielen Eltern gute Dienste geleistet haben.

Für Menschen, die Ratgeberbücher eigentlich hassen

Ein Bestseller: Remo Largos "Babyjahre"
Schon längst ein Klassiker: Remo Largos umfangreiche Abhandlung über die frühkindliche Entwicklung
© Piper

"Babyjahre" von Remo Largo*
Ein Klassiker der Elternliteratur. Der Schweizer Kinderarzt und Entwicklungsforscher Remo Largo zeigt uns darin, wie sich Ihre Kinder aus biologischer Sicht entwickeln. Er gibt keine konkreten Fördertipps, sondern erklärt anschaulich anhand von empirischen Beispielen, wie sich Kinder entwickeln und was sie in welcher Phase brauchen. Wir bekommen ein gutes Gefühl dafür, warum unser Baby manches macht, wie unterschiedlich Kinder sich entwickeln und wie viel "ganz normal" ist. Ein Buch, das Eltern durch Wissen stärken will statt durch gute Ratschläge. Kein Erziehungsratgeber, keine Gebrauchsanweisung, sondern einfach eine Kinderkunde - verständlich geschrieben und sehr umfangreich. Für größere Kids gibt es übrigens bald eine überarbeitete Neuauflage des Follow-ups "Kinderjahre"*.

Entwicklungssprünge im ersten Lebensjahr

"Oje, ich wachse!" - ein sehr beliebter Ratgeber
Die Autoren des Ratgebers machen acht große Entwicklungssprünge in der frühesten Kindheit aus
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"Oje, ich wachse!" von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij*
Der Titel klingt ein wenig negativ. Schließlich freuen wir uns doch nach der Geburt, dass unser Kind wächst und gedeiht. Es geht aber auch gar nicht darum zu bedauern, dass die Kinder so schnell groß werden. Sondern um die "schwierigen" Phasen des Babys im Wachstumsprozess. Das holländische Autoren-Ehepaar wollte Eltern motivieren, gerade diesen Momenten etwas Positives abzugewinnen. Die beiden Pädagogen, die zunächst bei Jane Goodall in Tansania Schimpansenkinder beobachteten und später frisch gebackene Mütter befragten, gehen von der These aus, dass jedes Baby in den ersten 14 Monaten seines Lebens acht mentale Entwicklungssprünge durchmacht und diese meist mit einer Art Rückschritt einleitet. Wenn man die Unruhe und das Geschrei, mit dem diese Übergangsphasen meist einhergeht, als Vorboten deutet für etwas, das unser Kind bald lernt, können wir vielleicht entspannter mit unserem zeitweise unausgeglichenen Sonnenschein umgehen.

Diese Sichtweise hat schon vielen Eltern geholfen, denn das Buch erfreut sich seit 1992 großer Beliebtheit.

Bedürfnisorientiert

"artgerecht" von Nicola Schmidt
Bedürfnisorientiertes Aufwachsen für Säuglinge steht hier im Fokus
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"artgetrecht" von Nicola Schmidt*
Die IT-Sicherheitsexpertin und Wissenschaftsjournalistin Nicola Schmidt kam zum Elternratgeber-Schreiben wie die Jungfrau zum Kinde. Als ihr erstes Baby zu früh geboren wurde, groovten sie und ihr Kind sich ohne aufwändige Erstausstattung ein - durch viel Nähe und mütterliche Intuition, immer orientiert am Bedarf ihres Neugeborenen. Sie recherchierte tiefer und fand viele Belege für ihre Thesen - und dass sie ihr Konzept an andere Eltern weitergeben sollte. Und so ermutigt sie uns ihren Büchern, uns von Gepflogenheiten unserer Steinzeit-Vorfahren einiges abzuschauen: Das Baby so zu akzeptieren, wie es ist. Es nach Bedarf zu stillen und zu füttern. Ihm so viel Körperkontakt wie es nur geht zu ermöglichen, indem wir es im Elternbett schlafen lassen und es an unserem Körper tragen statt es im Kinderwagen vor uns her zu schieben. Das alles soll dem Kind Geborgenheit vermitteln und die Bindung an die Eltern stärken.

Ihr Ansatz beginnt bereits in der Schwangerschaft. Fortgeführt wird das Konzept durch ein "artgerecht"-Kleinkinderbuch* und "Geschwister als Team"*.

Raus aus der Brüllfalle

"Mama, nicht schreien!" von Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter*
Kaum jemand kann uns so auf die Palme bringen wie unser eigener Nachwuchs. Vielleicht gerade weil wir so enttäuscht sind, wenn wir alles gegeben haben und die Kids einfach quer stehen. Und dann platzt einem der Kragen und man ist unglücklich, weil man sein Kind angeschrieen hat. Doch was genau macht uns so wütend, wenn unser Kind die Küche verwüstet hat oder morgens einfach nicht los will? Vielleicht kommt hier eine Erfahrung aus unserer eigenen Kindheit hoch oder wir verhalten uns im Stress so, wie unsere eigenen Eltern es uns früher vorgemacht haben. Es macht also Sinn zu schauen, woher die Verhaltensmuster kommen, auf die wir in stressigen Situationen zurückgreifen. Dazu lernt man sich am besten erst mal selbst kennen. Hierbei wollen die Autorinnen, ihres Zeichens Kommunikationstrainerin bzw. Eltern- und Familienberaterin, Anleitung geben. Mit Fallbeispielen und Übungen runden sie ihr Programm ab.

Das Buch kann man trotz des Titels natürlich auch als Vater lesen - vorausgesetzt, man kommt drauf klar, dass hier konsequent nur die Mamas angesprochen werden.

Erste-Hilfe-Ratgeber

Schnelle Hilfe für Kinder - Notfallmedizin für Eltern
Dieser Ratgeber will Eltern in medizinischen Notfällen helfen
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"Schnelle Hilfe für Kinder: Notfallmedizin für Eltern" von Janko von Ribbeck*
Einen Ersthelfer-Kurs hat vermutlich jeder von uns schon mal gemacht - im Zweifelsfall damals beim Führerschein. Doch selbst bei jungen Eltern ist das oft schon eine Weile her. Und seien wir ehrlich: Wir haben gelernt, wie wir eine Herz-Lungen-Massage bei einem verletzten Autofahrer machen. Aber bei einem Säugling? Und was mache ich, wenn mein Baby oder Kleinkind eine Nuss verschluckt hat und zu ersticken droht? Vermutlich bin ich dann besonders kopflos, weil mein eigenes Kind betroffen ist. Gut, wenn man das alles mit kühlem Kopf schon mal in der Theorie durchgegangen ist. Das von Kinderärzten empfohlene Standardwerk kann zwar keinen "Erste Hilfe am Kind"-Kurs ersetzen, zeigt aber übersichtlich mit vielen Bildern das richtige Verhalten bei schwerer Krankheit und Unfällen. Und zwar so, dass man die Infos auch unter Zeitdruck findet.

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