Extrem seltene Erkrankung

Schmerzen sind ihr ständiger Begleiter! Frau hat seltene Selbstmordkrankheit

Laura Cruz leidet unter starken Schmerzen.
Laura Cruz leidet unter starken Schmerzen.
© Caters News Agency

01. Dezember 2021 - 10:09 Uhr

Aus leichtem Kribbeln wird schwere Krankheit

Es ist der 12. Januar 2021, als Laura Cruz (28) mit einem schwachen Kribbeln in der Lippe aufwacht. Dass sich dieses leichte Kribbeln in nur wenigen Wochen zu höllischen Schmerzen entwickeln wird, ahnte sie noch nicht. Ärzte diagnostizierten zuerst eine Gürtelrose. Doch Spezialisten erkannten: Hinter Lauras Schmerzen steckt etwas anderes. Eine Krankheit, die Lauras Leben für immer verändern wird.

Trigeminusneuralgie - Nervenstörung im Gesicht

Trigeminusneuralgie lautet die Schock-Diagnose. Dabei handelt es sich um eine eine chronische Schmerzerkrankung des Trigeminusnerven, der für die Gefühlswahrnehmung des Gesichts, der Schleimhäute in Mund und Nase und der Hornhaut verantwortlich ist.

Bei Laura löst das bis zu 25 Mal am Tag starke Schmerzen aus. Es fühle sich so an wie ein Stromschlag, wenn sie ihr Gesicht berühre, beschreibt die 28-Jährige, die erst kurz vorher ihre große Liebe geheiratet hat. "Diese Krankheit hat mein Leben komplett verschlungen, ich kann weder meine Haare waschen, noch meine Zähne putzen, essen, schlafen, im Wind stehen oder mein Gesicht berühren, ohne das Gefühl zu haben, dass mir ein Stromschlag ins Gesicht geschlagen wird." Die Schübe seien so schlimm, dass sie verstehe, warum die Krankheit den tragischen Spitznamen "Selbstmord-Krankheit" trage.

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Laura Cruz und ihr Mann Troy
Laura Cruz und ihr Mann Troy
© Caters News Agency

Ähnlich schlimm wie die Schmerzen, muss wohl das Gefühl sein, nichts dagegen tun zu können. "Im Moment löst alles die Schmerzen aus und weil Winter ist, wird es durch die Kälte noch schlimmer", sagt Laura, die das Gefühl hat, mit der Krankheit zu einer Last für ihren Ehemann zu werden. "Wir sollten in unseren Flitterwochen sein und wollten nach der Heirat versuchen, Kinder zu bekommen, aber diese Krankheit hat mein Leben komplett übernommen." Denn Laura nimmt Medikamente, die das Risiko auf Missbildungen erhöhen. "Das war für mich das Schlimmste" meint die junge Frau. Ihre letzte Hoffnung: Eine teure Operation.

Letzte Hoffnung: Operation

"Der Chirurg hofft, dass die Operation mir zwei bis zehn Jahre ohne Schmerzen bringt, damit ich die Medikamente absetzen und ein Baby bekommen kann", sagt Laura mit dem Wissen, das die Schmerzen auch nach einer Operation zurückkehren werden. Sie hofft aber darauf, dass sie ihr zumindest die Zeit verschafft, die sie ohne Medikamente braucht, um eine Familie mit ihrem Mann Troy zu gründen. Doch die Operation ist teuer. Deswegen hat die 28-Jährige ein Crowdfunding gestartet, um so Geld für die OP zu sammeln. Umgerechnet etwas mehr als 7.000 Euro müssen zusammenkommen – oder besser gesagt: mussten! Denn die Spendensumme ist bereits kurze Zeit nach dem Start der Aktion übertroffen worden. "Wow, ich bin so überwältigt und demütig von der Unterstützung, die mir in den letzten 48 Stunden zuteil geworden ist! Ich hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass so etwas möglich ist, und ich kann gar nicht sagen, wie stark ich mich fühle, wenn ich von so unglaublichen Menschen umgeben bin", lässt Laura ihre Unterstützer wissen. Der Operation am 20.Januar dürfte als nichts mehr im Wege stehen. (mol)

Hilfe bei Suizidgedanken

Die Trigeminusneuralgie trägt den Beinamen "Selbstmordkrankheit", weil Betroffene häufig Suizidgedanken haben, weil sie die Schmerzen nicht aushalten.

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.