Zweifel an Bundesliga-Chefin Donata Hopfen

Der mächtigsten Frau im deutschen Fußball droht das Aus

08.05.2022, Fussball 1. Bundesliga 2021/2022, 33. Spieltag, FC Bayern München - VfB Stuttgart, in der Allianz-Arena München. DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen wartet mit der Meisterschale vor der Meisterehrung auf die Spieler vom Deutschen Meister
Donata Hopfen
www.imago-images.de, IMAGO/MIS, IMAGO

Gibt es an der Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein Personal-Beben? Der DFL-Chefin Donata Hopfen, der mächtigsten Frau im deutschen Fußball, droht nach nur einem Jahr im Amt das Aus. Was steckt dahinter?

Großer Knall bei der DFL?

Hinter den Kulissen der Fußball-Liga rumort es. Nach Informationen des "Kicker“ könnte es bei einer Sitzung des DFL-Aufsichtsrates in der kommenden Woche zu einer Auflösung ihres bis Jahresende 2024 laufenden Vertrages kommen.

Lese-Tipp: Erstmals eine Frau an der Spitze der Bundesliga

Dem Bericht zufolge soll die 46-Jährige das Vertrauen des Gremiums verloren haben. Vorsitzender des sechsköpfigen Aufsichtsrates ist Hans-Joachim Watzke, zugleich Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Er wollte sich am Sonntag auf Anfrage des Sportinformationsdienstes SID nicht zu dem Bericht äußern. Die DFL war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Das sind die Kritikpunkte

DFL-Aufsichtsrat Fredi Bobic sagte bei MagentaTV, er müsse jetzt "nicht groß rumeiern. Es wird demnächst eine Sitzung geben. Dann werden wir sehen". Zu einer möglichen Trennung von Hopfen sagte der Manager von Hertha BSC: "Aktuell kann ich das nicht bestätigen. Was soll ich es dementieren, wenn es nicht so ist?"

Beratungen über die Zukunft von Hopfen, die am 1. Januar die Nachfolge des langjährigen DFL-Geschäftsführers Christian Seifert angetreten hatte, soll es bereits seit Wochen geben. Involviert sind angeblich auch ihre acht Kollegen im Präsidium der DFL, dessen Vorsitzende sie ist. Angeblich herrscht in den Gremien Unzufriedenheit mit ihrer Arbeit.

Lese-Tipp: Das sagt DFB-Boss Bernd Neuendorf zum WM-Debakel!

Aus der Bundesliga, die in der Corona-Krise einen Umsatzverlust von mehr als einer Milliarde Euro verzeichnete, wurden zuletzt immer wieder die nach Ansicht der Vereinsmanager zu geringen Einnahmen aus der Auslandsvermarktung kritisiert. Auch bei anderen wichtigen Themen wie der 50+1-Regel oder der Digitalisierung soll die DFL-Chefin ihre Kritiker nicht überzeugt haben, heißt es beim „Kicker“.

Hopfen nimmt in ihrer derzeitigen Funktion ebenfalls den Posten einer Vizepräsidentin des DFB ein und gilt daher als mächtigste Frau im deutschen Fußball. Vor ihrer Berufung zur DFL-Chefin war sie Vorsitzende der Verlagsgeschäftsführung der Bild-Gruppe und im Anschluss Digitalberaterin der Beratungsfirma BCG Digital Ventures. (msc/sid/dpa)