Deutschland 83: Das denkt Sylvester Groth über seine Rolle Walter Schwepenstette

18. Dezember 2015 - 11:49 Uhr

Sylvester Groth: Schweppenstette ist "unverantwortlich"

Walter Schweppenstette ist in der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) in der DDR tätig. Die gehört nicht zur Stasi, sondern ist für die Auslandsspionage zuständig. Schweppenstette ist dort quasi der Chef und derjenige, der die Strippen zieht. In der DDR hat er einen Sohn, nur weiß der Sohn nichts von seinem Vater. Der Sohn heißt Martin Rauch. Als Schweppenstette einen jungen Mann für einen Spionageeinsatz in Westdeutschland in einer Bundeswehrkaserne sucht, schlägt Martins Tante Lenora ihm Martin vor und führt ihn somit quasi ins Familienbusiness ein. Lenora ist in der ständigen Vertretung der DDR in Bonn tätig und hat einen direkten Draht zur HVA und somit auch zu Schweppenstette.

Sylvester Groth, der in der Serie "Deutschland 83" Walter Schweppenstette spielt, sagt im Interview, seine Figur schickt dann den jungen Martin tatsächlich "zum Weltretten" los. Das findet Groth persönlich zwar etwas "unverantwortlich", aber letztlich macht das "ja auch den Reiz und das spannende dieser Sache aus." Und tatsächlich findet Groth, dass sich Martin "recht wacker" schlägt und die Figur des Walter Schweppenstette im Laufe der Serie "zwischendurch mal recht stolz" auf seinen Sprössling ist.

Sylvester Groth: "Mein Junge rettet die Welt"

Martin Rauch ist also als Moritz Stamm in der Bundeswehrkaserne stationiert und dort direkt General Wolfgang Edel unterstellt. Bei einem ersten großen Spionage-Einsatz soll er einen NATO-Bericht stehlen. Das Vorhaben gelingt und er schickt eine geheime Diskette nach Ostberlin. Mit nicht unerheblichem Aufwand schafft es die HVA dann auch tatsächlich, den Bericht zu dekodieren. Doch der Inhalt gefällt Schweppenstette nicht. Er ordnet im Geheimen an, den Bericht etwas zu frisieren und die Stellen herauszustreichen, die zeigen, dass die USA gar nicht angreifen wollen.

Sylvester Groth erklärt das damit, dass seine Figur Schweppenstette "so ein Bisschen darauf spekuliert, dass jetzt mal etwas passiert, mal was los ist und es jetzt Krieg zwischen Ost und West gibt." Da kommt dem Chef-Spion das Manöver 'Able Archer' der NATO gerade Recht, wo er alle glauben lassen kann, dass es "kein Manöver ist, sondern eigentlich so ein Blitzkrieg. Also die überfallen uns jetzt ganz plötzlich und wir müssen ziemlich gewappnet sein."

Matin Rauch hat den Auftrag aus dem HVA, Informationen über 'Able Archer' zu sammeln und das tut er auch. Nur glaubt ihm zunächst niemand. An diesem Punkt ist es mit dem Stolz von Schweppenstette auf seinen Informanten und heimlichen Sohn Martin dann auch vorbei, "weil er mir ausreden will, dass es einen Krieg gibt." Am Ende werden die Versuche von Martin, den Atomkrieg zu verhindern, immer verzweifelter und es "eskaliert dann halt ziemlich heftig." Aber es gelingt ihm und Sylvester Groth zeigt letztlich den nötigen Stolz: "Der Junge, MEIN Junge, rettet die Welt."