Dieser Apfel enthält zehnmal mehr Selen als normale Äpfel

Darum ist der "Selstar" ein echter Immun-Booster!

Forscher der Hochschule Osnabrück haben eine Apfelsorte entwickelt, die zehnmal so viel Selen enthält wie herkömmliche Äpfel.
© Hochschule Osnabrück

19. Februar 2021 - 15:28 Uhr

Was macht den "Selstar" so besonders?

Dass Äpfel gesund sind, steht außer Frage. Forscher der Hochschule Osnabrück haben nun jedoch eine Apfelsorte entwickelt, die unser Immunsystem zusätzlich pusht. Was macht den "Selstar" so besonders?

Darum sind Äpfel so gesund

"An apple a day keeps the doctor away": Den Spruch kennt vermutlich jeder. Verantwortlich für die zahlreichen positiven Wirkungen auf unseren Körper ist der hohe Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Äpfeln. Außerdem enthalten Äpfel den Ballaststoff Pektin, der die Darmflora und die Verdauung positiv beeinflusst. Bei regelmäßigem Verzehr können Äpfel auch Darmkrebs vorbeugen.

Durch ihren hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen beugen Äpfel außerdem Herz-Kreislauferkrankungen und Entzündungen im Körper vor. Da sie zudem zu 85 Prozent aus Wasser bestehen, sind sie darüber hinaus perfekt geeignet als kalorienarmer Snack. Mehr als genug Gründe also, regelmäßig Äpfel zu essen.

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"Selstar" enthält zehnmal mehr Selen als herkömmliche Apfelsorten

Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück haben im Rahmen eines vierjährigen Forschungsprojektes eine Apfelsorte entwickelt, die noch mehr kann: Der "Selstar" ist nicht nur reich an Vitaminen, sondern enthält im Vergleich zu einem gewöhnlichen Apfel mehr als zehnmal so viel Selen. Damit deckt er rund ein Drittel des Tagesbedarfes an Selen. Das Spurenelement ist wichtig für eine normale Funktion der Schilddrüse und für ein funktionierendes Immunsystem.

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Prof. Dr. Lutz Schomburg vom Institut für Experimentelle Endokrinologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin verdeutlicht die Wichtigkeit des Spurenelements: "Der Selenbedarf des Menschen wird über die Nahrung oft nicht ausreichend gedeckt. Wenn wir aber zu wenig Selen aufnehmen, treten Mangelerscheinungen auf und es steigt das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Darm- und Leberkrebs sowie Erkrankungen der Schilddrüse. Insbesondere Vegetarier und Veganer, aber auch schwangere und stillende Frauen sind häufig unterversorgt."

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Bei Corona-Patienten kann ein Selenmangel ebenfalls negative Auswirkungen haben. "Zwei aktuelle Studien weisen darauf hin, dass an COVID-19 erkrankte, schlecht mit Selen versorgte Personen ein höheres Risiko haben, hieran zu versterben, als ausreichend mit Selen versorgte Patienten."

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Grundlage für den "Selstar" war die Apfelsorte Elstar

Äpfel sind, wie die meisten Obst- und Gemüsearten, von Natur aus selenarm. "Normalerweise wachsen Pflanzen auf Böden, die einen geringen Selengehalt haben", erklärt Prof. Dr. Diemo Daum, Fachgebiet Pflanzenernährung der Hochschule Osnabrück. "Der hohe Anteil an Selen im 'Selstar' resultiert aus einem speziellen Anbauverfahren, durch das die Apfelbäume Selen besser aufnehmen und in den Früchten einlagern. Damit bietet der Apfel eine natürliche Alternative zu Nahrungsergänzungsmitteln."

Für den "Selstar"-Anbau würden rotschalige Selektionen der Apfelsorte Elstar verwendet. Somit ist die Namensgebung eine Mischung aus Selen und Elstar.

Möglicherweise bietet der "Selstar" auch Vorteile für Allergiker

Während die ersten "Selstar"-Äpfel nun in den Supermärkten zu finden sind, untersuchen die Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück noch einen interessanten Nebeneffekt: Der selenreiche Apfel ist offenbar allergenärmer als ein normaler Apfel. Woran dies genau liegt und wie man dies noch weiter verbessern kann, wird nun in einem Folgeprojekt in Kooperation mit der Universität Hamburg erforscht.

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Wer den "Selstar" probieren möchte, muss sich allerdings noch ein wenig gedulden – oder in der richtigen Region wohnen: Vorerst ist die Apfelsorte erst in 80 Märkten von Osnabrück bis Berlin erhältlich.

(Quelle: Hochschule Osnabrück)