Deos ohne Aluminium im Öko-Test

Viele teure Marken fallen durch

Deos ohne Aluminium können gut sein - aber nicht alle funktionieren.
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04. Mai 2020 - 8:01 Uhr

Frische Achseln auch ohne Aluminium?

Deos ohne Aluminium sind gefragt. Kein Wunder, stehen doch jene mit Aluminiumsalzen in Verdacht, Brustkrebs und Alzheimer zu begünstigen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Alternativen. Doch sind die wirklich gesünder? Oder sind hier vielleicht andere gefährliche Stoffe enthalten? Öko-Test wollte es wissen und hat 50 Deos ohne Aluminium geprüft, 22 davon explizit für Männer. Das Ergebnis: Über die Hälfte schnitt gut ab - überraschenderweise aber oftmals nicht die teuren Markenprodukte.

Günstige Deos liegen vorn

25 der getesteten Deos haben die Note "sehr gut" erhalten. Darunter befinden sich auch preiswerte Varianten, wie beispielsweise der Bevola Deospray Fresh (Kaufland) für 0,32 Euro oder auch das Isana Men Deospray Fresh (Rossmann) für 0,38 Euro. Wer lieber ein etwas teureres Markenprodukt bevorzugt, greift am besten zum Alverde Deo-Zerstäuber "Bio-Limette Bio-Salbei" (dm) für 2,95 Euro oder zum Deospray von Sante "Homme II Bio-Caffeine & Acai" für 6,74 Euro. Hier sind also alle Preiskategorien enthalten - was auch bedeutet, dass der Preis nicht immer etwas über die Qualität aussagt.

Problematische Inhaltsstoffe in Markendeos

Auch wenn das Testergebnis insgesamt erfreulich ist, befanden sich dennoch zehn schwarze Schafe unter den Produkten. So gab es dreimal die Note "ungenügend" und sogar siebenmal ein "mangelhaft". Die Tester fanden in den Deos der - vergleichsweise teuren - Marken Playboy, Bruno Banani, John Player Special und Adidas künstliche Moschus-Verbindungen. Moschus reichert sich im Fettgewebe von Mensch und Tier an und gefährdet die Gewässer. Weiterhin fanden die Tester allergieauslösende Duftstoffe in einigen Deodorants, darunter von Bruno Banani und Garnier. Ebenso problematisch ist der Duftstoff Lilial. Er steht im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu vermindern. Die Tester konnten ihn in sieben Deos nachweisen.

Schützen Deos ohne Aluminium überhaupt?

Der Schweiß an sich ist nicht für den unangenehmen Geruch unter den Achseln verantwortlich. Es sind die körpereigenen Bakterien, die den Schweiß zersetzen. Deodorants stören diesen Prozess und verhindern so die Ausbreitung von Gestank. Doch können Deos ohne Aluminium überhaupt mit den antitranspiranten Varianten mithalten? Auch das haben die Tester geprüft. Hier zeigte sich, dass etwa der Hälfte der Deodorants ihre Wirkversprechen halten konnten. Allgemein kommt es jedoch auch auf die individuelle Schweißproduktion an, ob ein Deo das hält, was es verspricht. Während bei manchen Menschen die Wirkung tatsächlich die versprochenen 48 Stunden anhält, lässt sie bei anderen bereits nach wenigen Stunden stark nach.

Menschen, die viel schwitzen, auspowernden Sport betreiben oder Wert auf trockene Achseln legen, werden womöglich mit einem Deo ohne Aluminium nicht besonders glücklich. In diesen Fällen hilft oft nur ein Antitranspirant. Um generell weniger zu schwitzen, kann man allerdings auch etwas tun. Ein geringerer Kaffeekonsum, das Meiden von Knoblauch, das Tragen von Kleidung aus Naturfasern (Leinen oder Baumwolle) oder auch regelmäßige Saunagänge können hier helfen.

Tipp: Wer kein Deo zur Hand hat, kann auch etwas abgekühlten Salbeitee oder frisch gepressten Zitronensaft mit einem Wattepad auf die Achseln auftragen. Die Gerbstoffe im Salbei verhindern die Schweißproduktion und Zitronensaft neutralisiert den Schweißgeruch. Weitere Deo-Alternativen zum Selbermachen finden Sie hier.

Das gesamte Testergebnis können Sie hier nachlesen.