Auch andere Plätze werden nach Opfern rassistischer Gewalt benannt

In Berlin gibt es bald einen George-Floyd-Sportplatz

Sportplätze in Berlin werden umbenannt.
Sportplätze in Berlin werden umbenannt.
© dpa, Uwe Anspach, ua fdt kde kde

05. Mai 2021 - 8:35 Uhr

Klares Zeichen

An diesen Fall erinnert sich die ganze Welt: Am 25. Mai 2020 tötete der weiße Polizist Derek Chauvin den am Boden liegenden Afroamerikaner George Floyd in aller Öffentlichkeit, indem er neun Minuten und 46 Sekunden lang auf seinem Hals kniete und ihm trotz zahlreicher Hilferufe die Atemluft nahm- bis Floyd starb. Mittlerweile ist Chauvin verurteilt, doch dieser Fall hallt nach. In Berlin-Mitte soll jetzt ein Sportplatz an den getöteten US-Amerikaner erinnern: Der Platz soll künftig seinen Namen tragen. Es ist ein klares Zeichen gegen Rassismus.

Es soll nicht der einzige Platz bleiben

Daryel Simmons reaches up to touch the names of Sandra Bland and Breonna Taylor as she came to a George Floyd memorial mural after learning of the guilty verdict on all counts in the murder trial of former Minneapolis Officer Derek Chauvin in the dea
Eines von mittlerweile vielen George Floyd Denkmälern.
© AP, Brett Coomer, BTC

Wie rbb24 berichtet, sollen insgesamt sechs Sportplätze im Poststadion in Berlin-Moabit nach Opfern rassistischer und extremistischer Gewalt benannt werden. das gehe aus einem am Montag veröffentlichten Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Mitte hervor.

Neben George-Floyd-Platz wird es auf dem Stadiongelände auch einen Hatun-Sürücü-Platz, einen Hermann-Horwitz-Platz, einen Dalia-Elyakim-Platz, einen Mete-Eksi-Platz und einen Jana-Lange-Platz geben.

Der Beschluss war auf Antrag der Linken-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung gefallen. Die Initiative ging von dem Berliner Athletik Klub 07 aus. Auch die Nachwuchsspieler des Berliner Vereins hätten sich daran beteiligt, hieß es. Die Umbenennung der Plätze soll bis zum 10. September diesen Jahres erfolgen.

Rassismus nimmt auch im Sport zu

Das Thema Rassismus ist sowohl im Profi- als auch im Amateurfußball allgegenwärtig und wird sogar mehr. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen FanQ-Studie im Auftrag des Sport-Informations-Dienstes (SID). 40,4 Prozent der 2014 Befragten sind sogar der Meinung, dass Rassismus im Fußball in den letzten Jahren zugenommen hat.

81,2 Prozent fänden es angemessen, dass Spieler bei unerträglichen Vorfällen das Spielfeld eigenverantwortlich verlassen dürfen. Eine überwältigende Mehrheit (76,5 Prozent) der Befragten gab an, dass sich die deutschen Nationalspieler öffentlich stärker im Kampf gegen Rassismus engagieren sollen. Laut FanQ wünschen sich die Fans klare Bekenntnisse ihrer Nationalspieler und nicht nur PR-Aktionen.

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Anonymität ist ein Problem

Vor allem Verbänden wird eine nicht ausreichende Arbeit zugeschrieben. Denn 52,2 Prozent gaben an, dass UEFA, FIFA & Co. ihre Einflussmöglichkeiten im Kampf gegen den Rassismus am schlechtesten ausnutzen. Die Befragten sprachen den Fans mit 33,3 Prozent und den Spielern mit 31,1 Prozent den größten Einfluss im Kampf gegen den Rassismus zu.

Die Frage, ob Vereine verpflichtet werden sollen, einen Teil ihres Budgets für die Arbeit gegen Rassismus auszugeben, stieß bei den Anhängern auf ein geteiltes Echo, jedoch solle das Engagement weiter erhöht werden.

Selbst von einem rassistischen Vorfall Kenntnis genommen, haben im Amateurfußball 27 Prozent. Im Profifußball liegt der Wert mit 41,4 Prozent deutlich höher. Laut FanQ wird als Grund dafür die Anonymität in den Menschenmassen angeführt. Knapp 70 Prozent sind mit dem aktuellen Maßnahmenkatalog - Stadiondurchsage, Spielunterbrechung und Spielabbruch - zufrieden.

RTL.de/ sid/ dpa