26. Juli 2013 - 13:18 Uhr

Milde Strafe für Halliburton

Im April 2010 ereignete sich eine der größten Umweltkatastrophen in der Geschichte der USA. Die Bohrinsel 'Deepwater Horizon' explodierte, elf Menschen verloren dabei ihr Leben. Monatelang flossen Hunderte Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko. Der Konzern Halliburton hat sich nun laut Angaben des US-Justizministeriums dazu bekannt, Beweismittel vernichtet zu haben.

Bei den Bohrarbeiten auf der Ölplattform 'Deepwater Horizon' war Halliburton unter anderem mit der Mischung des Zements zum Verschließen des Bohrlochs beteiligt. Das US-Unternehmen hat sich dazu bekannt, Ergebnisse einer Computersimulationen, die während einer internen Untersuchung nach der Katastrophe ermittelt worden waren, gelöscht zu haben.

Der Konzern habe zugesagt, sich bei einem geplanten Gerichtsverfahren schuldig zu bekennen, eine Strafe in Höhe von 200.000 Dollar zu zahlen und eine dreijährige Bewährungsstrafe zu akzeptieren, teilte Halliburton mit. Im Gegenzug verzichte das Justizministerium auf eine weitere Strafverfolgung. Das Unternehmen habe außerdem bereits freiwillig 55 Millionen Dollar an eine staatliche Naturschutzorganisation gezahlt. Gegen den Bohrinselbetreiber BP und dessen Partner Transocean wurden zuvor Milliardenstrafen verhängt.

Schlimmste Öl-Pest

Halliburton ist einer der weltgrößten Anbieter für technische Dienstleistungen, Planungs- und Wartungsservices. Das US-Unternehmen stand schon häufiger in der Kritik, unter anderem wegen überteuerter Rechnungen für die US-Armee und seiner Nähe zum ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney. Er war fünf Jahre lang Vorstandsvorsitzender des Konzerns.

Als am 20. April 2010 die Bohrinsel im Golf von Mexiko vor der US-Küste explodierte und im Meer versank, kam es zu der größten Öl-Pest vor US-Gewässern. 4,9 Millionen Barrel Öl (nahezu 800 Millionen Liter) liefen ins Meer, bevor das Leck nach drei Monaten geschlossen wurde.