Körperlich schwach, aber psychisch starkDeborah James' Witwer: "Es war wie zusätzliche, gestohlene Zeit"

Deborah James
Deborah James kämpfte fünf Jahre lang gegen den Darmkrebs. Im Juni diesen Jahres ist sie verstorben.
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Das Schicksal der britischen Moderatorin Deborah James (†40) hat die Menschen über die Grenzen ihrer Heimat Großbritannien hinaus bewegt. Im Juni starb sie nach jahrelangem Kampf gegen Darmkrebs. Ihren Umgang mit der ausweglosen Situation hat sie ganz offen geteilt – und so spricht ihr Witwer, Sebastien Bowen, nun in einem Interview darüber, wie es seiner Frau kurz vor ihrem Tod ging.

Körperlich war Deborah am Ende schwach

Darmkrebs im Endstadium, so hieß die Diagnose für die BBC-Moderatorin Deborah James. Im Mai sagten ihr die Ärzte, sie hätte nur noch wenige Tage zu leben. Doch sie kämpfte zwei Monate weiter, bis sie Ende Juni verstarb. Zuvor hatte sie bereits geplant, wie es nach ihrem Tod weitergehen soll. Über diese harte Zeit, kurz vor dem Tod seiner Frau, spricht nun ihr Ehemann Sebastien mit der britischen Zeitung „Times“ im Interview – überraschend positiv: „Wir erlebten einige der atemberaubendsten und magischsten Tage in unser beiden Leben.“

Sie sei körperlich sehr schwach und am Ende „von der Hüfte abwärts gelähmt“ gewesen. „Sie konnte nicht mehr in die Küche gehen, um sich etwas zu essen zu holen oder sich selbst waschen oder anziehen“, erzählt der Witwer im Gespräch. Unabhängigkeit sei ihr das wichtigste gewesen und so sei sie zuletzt frustriert gewesen. Und trotzdem haben sie „Momente der Freude“ in ihren letzten Tagen erlebt.

"Es war wie zusätzliche, gestohlene Zeit"

 . 20/07/2022. London, United Kingdom. Family arriving for the Deborah James funeral in London. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY xStephenxLockx/xi-Imagesx IIM-23630-0026
Im Juni wurde Deborah James gemäß ihrer eigenen Wünsche zu Grabe getragen.
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Denn mental sei Deborah „so stark wie nie gewesen“. „Mehr als jeder andere weiß ich, wie sehr sie das Leben liebte. Sogar als es so kurz wurde und jede Minute zählte“, erinnert sich Sebastian weiter. So habe sie im Regen rausgehen wollen oder das Gras riechen wollen. „Allein in den letzten acht Wochen ihres Lebens hat sie mehr erreicht als die meisten von uns in ihrem ganzen Leben."

Am Ende hat die 40-Jährige den Kampf gegen Krebs leider nicht gewonnen. In einer bewegenden Zeremonie wurde Deborah, auch von ihrem Sohn Hugo (14), zu Grabe getragen. Fünf Jahre hatte der Kampf angedauert. Zwischendurch war der Krebs sogar weg. Aber er kam unbesiegbarer zurück. „Es war wie zusätzliche, gestohlene Zeit“, sagt ihr Witwer nun. „Wäre sie überfahren worden oder plötzlich an früheren Behandlungen gestorben, hätten wir diesen Luxus [die gemeinsame Zeit] nie bekommen.“ (vne)