Vom Pfleger zum Pflegefall

Das Jenke-Experiment: Plötzlich ein Pflegefall - was vom Leben bleibt

1. Dezember 2019 - 17:22 Uhr

Was es bedeutet, pflegebedürftig zu sein

Den Alltag nicht mehr eigenständig bestreiten zu können und auch bei den intimsten Verrichtungen auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, erfüllt die allermeisten Menschen mit großer Sorge. Aber was bedeutet es, pflegebedürftig zu sein? Kann man in einem Pflegeheim überhaupt glücklich sein? Fragen wie diesen widmet sich Jenke von Wilmsdorff in seinem neusten Experiment zum Thema Pflege und stellt sich darin auch seinen eigenen Ängsten vor dem Ungewissen und dem Älterwerden.

"Das intimste Experiment, das ich je gemacht habe."

"Wie gelingt es einem, Menschen in ihrer größten Bedürftigkeit aufzufangen? Und was, wenn ich am Ende derjenige bin, der Hilfe braucht? Um das herauszufinden, will ich gleich zwei Experimente wagen. Erst werde ich selbst zum Pfleger und dann werde ich eine Reise in die Zukunft machen – in meine eigene Zukunft als möglicher Pflegefall. Das wird das intimste Experiment, das ich je gemacht habe", so Jenke von Wilmsdorff.

In seinem Hauptexperiment wird Jenke selbst zum Pflegefall, lebt eine Woche lang im Pflegeheim. Die Arme in Gips, die Beine fixiert ist er nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen. Er kann sich weder selbst waschen, noch alleine essen. Was macht es mit dem so lebensbegierigen Reporter, sich plötzlich den Pflegekräften gänzlich ausgeliefert zu fühlen?

Außerdem lernt Jenke die ehemalige Stabhochspringerin Kira Grünberg kennen. Die Österreicherin ist seit einem tragischen Trainingsunfall vom Hals abwärts gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Die 26-Jährige hat keine Kontrolle mehr über Enddarm, Blase, Beine sowie über weite Teile ihrer Arme. Dass Kira mit ihren Händen heute greifen kann, erforderte hartes Training und Willenskraft – und davon hat sie eine ganze Menge! Nach kurzer Eingewöhnungszeit warten auf Jenke intensive Tage als Kiras persönlicher Pflege-Assistent. Er hilft ihr bei ihren alltäglichen Herausforderungen wie Duschen, Toilettengängen und Essen und überwindet dabei so manche Hemmschwelle.

Jenke arbeitet im Früh-, Spät- und Nachtdienst als Pflegekraft

Doch wie ist es erst, wenn man statt einem gleich mehrere Patienten betreuen muss? Dieser Frage geht Jenke in einem Seniorenpflegeheim der Sozial-Betriebe Köln nach. Hier arbeitet er im Früh-, Spät- und Nachtdienst als Pflegekraft. In Gesprächen mit Bewohnern will er einen Eindruck davon bekommen, was es nach einem langen Leben in Selbstständigkeit mit ihnen macht, plötzlich auf pflegerische Hilfe angewiesen zu sein.

Von den Pflegekräften hingegen möchte Jenke erfahren, wie sie es schaffen, ihrer Arbeit tagtäglich trotz schlechter Bezahlung, chronischer Unterbesetzung und der ständigen Konfrontation mit der eigenen Vergänglichkeit mit so viel Engagement nachzugehen.

Trotz aller Diskussionen um Pflegeberufe sieht er die Leistung jedes Einzelnen immer noch nicht ausreichend gewürdigt: "Mein größter Respekt gilt all den Menschen in Pflegeberufen, die sich liebevoll und mit Respekt um die Menschen kümmern, die sich ihnen anvertrauen. Es ist ein Beruf, der leider nicht das gesellschaftliche Ansehen genießt, das er verdient. Wer sich trotz der widrigen Arbeitszeiten, der körperlich extrem anstrengenden Tätigkeit und oft schlechten Bezahlung für diesen Beruf entscheidet, ist für mich ein wahrer Held des Alltags"

Das gesamte Jenke-Experiment zeigen wir am 9.12. um 20:15 Uhr bei RTL.