Geld für bessere Qualität und mehr Erzieher

Das „Gute-Kita-Gesetz“: Was kann ich in meinem Bundesland erwarten?

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31. Juli 2019 - 12:07 Uhr

Wie werden die Bundesmittel in den Bundesländern umgesetzt?

Der Bund beteiligt sich befristet bis 2022 mit insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro an der Weiterentwicklung der Qualität der Kita-Betreuung in den Ländern. Das "Gute-Kita-Gesetz" soll mehr Qualität für die Betreuung der Kleinsten bringen, vielen Ländern geht es aber auch um Gebührenfreiheit für die Eltern. Wie sieht es mit der Umsetzung in den 16 Bundesländern aus?

Hamburg

Hamburg erhält bis 2022 rund 121 Millionen Euro. Die bis zu fünfstündige Grundbetreuung mit Mittagessen in Ki­ta und Kindertages­pflege von der Geburt bis zur Einschulung ist in Hamburg bereits seit dem 1. August 2014 beitragsfrei. Daher werden die Bundesmittel nicht für Beitragsfreiheit verwendet, sondern etwa für mehr Erzieher im Verhältnis zur Kinderzahl und zusätzliche Angebote zur Sprachförderung. Wie die finanziellen Mittel genau eingesetzt werden sollen, steht aber noch nicht fest.

Bremen

Bremen hat im April als erstes Land mit dem Bund eine bessere Kita-Betreuung vereinbart. 45 Millionen Euro soll das kleinste Bundesland dafür bis 2022 bekommen. Es will das Geld etwa dafür einsetzen, die Betreuung von Kindern ab drei Jahren kostenfrei zu machen. Kitas in sozial benachteiligten Stadtteilen sollen besser ausgestattet werden.

Mecklenburg-Vorpommern

Das Bundesland will seinen Anteil von 104,5 Millionen Euro für die komplette Beitragsfreiheit ab Januar 2020 einsetzen.

Hessen

Die hessische Landesregierung legt den Schwerpunkt auf bessere Personalausstattung und Gewinnung von Fachkräften. Die sogenannte praxisorientierte Ausbildung soll ab 2020 ausgeweitet werden. Vor allem in der Fläche soll es solche Angebote geben, bei denen Azubis auch eine Vergütung erhalten. Wie die finanziellen Mittel genau eingesetzt werden sollen, steht noch nicht fest.

Berlin

Berlin will den Bundeszuschuss von 300 Millionen Euro zum Beispiel für Verwaltungsassistenten einsetzen, die Kita-Leitungen unterstützen. Geld soll auch für die Fachberatung von Erziehern und Eltern sowie - als Ergänzung zur Schaffung weiterer Kita-Plätze - in den Ausbau der Kindertagespflege fließen.

Brandenburg

Das Bundesland plant Beitragsfreiheit für zusätzlich 43.000 Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen im letzten Jahr vor der Einschulung (bisher 25.000 Kinder). Dazu werden mit dem Bundeszuschuss von 165 Millionen Euro längere Betreuungszeiten, mehr Zeit für Anleitung von Erziehern und stärkere Elternbeteiligung etwa über Beiräte gefördert.

Schleswig-Holstein

Das Bundesland will Elternbeiträge deckeln und einen besseren Betreuungsschlüssel: Ab 2020 sollen in jeder Kita-Regelgruppe zwei pädagogische Fachkräfte in der direkten Arbeit mit Kindern tätig sein. Wie die finanziellen Mittel genau eingesetzt werden sollen, steht noch nicht fest.

Niedersachsen

Das Bundesland will mehr als die Hälfte der 526 Millionen Euro vom Bund für mehr Personal, Azubi-Gewinnung, Entlastung und Fortbildung von Kita-Leitern einsetzen. Rund ein Zehntel des Geldes ist für die Erweiterung der Beitragsfreiheit gedacht.

Nordrhein-Westfalen

NRW bekommt mit 1,2 Milliarden Euro das meiste Geld. 200 Millionen werden für ein zweites beitragsfreies Kita-Jahr vor der Einschulung ab 2020/21 verwendet. Weitere 230 Millionen will das Land zum Beispiel für Sprachförderung, Familienzentren mit breiten Beratungsangeboten und flexiblere Öffnungszeiten ausgeben.

Sachsen-Anhalt

Das Bundesland plant mit den 140 Millionen Euro vom Bund eine Fachkräfteoffensive, will zudem 200 zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. Für Azubis an privaten Fachschulen soll kein Schulgeld mehr fällig werden. Die Hälfte des Geldes fließt in die Ausweitung Beitragsfreiheit für Geschwisterkinder im Hort.

Sachsen

Sachsen investiert nicht in Beitragsfreiheit, sondern in Qualität. So haben pädagogische Fachkräfte bereits seit Juni mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung. 269 Millionen Euro erhält der Freistaat vom Bund.

Thüringen

Thüringen hat sich ein besseres Betreuungsverhältnis für 4- bis 5-Jährige zum Ziel gesetzt: Ein Betreuer soll sich also um weniger Kinder kümmern. Mit Hilfe der 136,5 Millionen Euro vom Bund ist zudem ein Modellprojekt für praxisorientierte Erzieher-Ausbildung geplant. Nach dem letzten wird auch das vorletzte Kita-Jahr kostenlos.

Rheinland-Pfalz

Das Bundesland will nahezu 100 Prozent der Mittel in Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung fließen. Ein Schwerpunkt ist mehr Personal. Schon seit 2010 ist die Kinderbetreuung ab dem zweiten Lebensjahr beitragsfrei. Ab 2020 gilt das auch für Krippenkinder. Jedoch werde nur ein geringer Teil der Bundesmittel dafür eingesetzt. Wie die finanziellen Mittel genau eingesetzt werden sollen, steht noch nicht fest.

Saarland

Hier plant man gut zwei Drittel der 65 Millionen Euro, die der Bund überweist, für die Halbierung der Elternbeiträge bis 2022 ein. Hinzu kommen Investitionen in mehr Personal und den Ausbau des Angebotes an Kita-Plätzen.

Baden-Württemberg

Das Bundesland erhält 729 Millionen Euro und will damit unter anderem 660 neue Erzieherstellen schaffen.

Bayern

Bayern bekommt 852 Millionen Euro und setzt mehr als die Hälfte davon zur Finanzierung eines Beitragszuschusses ein. Im Freistaat erhalten viele Eltern 100 Euro pro Monat für die gesamte Kindergartenzeit. Ab 2020 soll der Zuschuss auch an Eltern ein- und zweijähriger Kinder gezahlt werden.

Quelle: DPA