18. Januar 2019 - 18:11 Uhr

Glutenunverträglichkeit versus Zöliakie

In jedem Supermarkt gibt es mittlerweile glutenfreie Produkte. Eigentlich machen die aber nur Sinn, wenn man unter einer echten Glutenallergie (Zöliakie) leidet und das betrifft tatsächlich nur 1% der Bevölkerung! Trotzdem scheint der Trend der glutenfreien Nahrung ungebrochen. Woran Sie feststellen können, ob Sie eine Glutenunverträglichkeit haben, erfahren Sie im Video.

"Es gibt keine Hinweise, dass es gesünder ist, Gluten wegzulassen"

Selbst Discounter wittern das große Geschäft und erweitern ihr Sortiment. Die Hersteller von glutenfreien Produkten haben im vergangenen Jahr 117 Millionen Euro Umsatz gemacht, Tendenz steigend. Es ist ein Trend, der aus Übersee kommt und wissenschaftlich gar nicht belegt ist.

"Es gibt keine Hinweise, dass es gesünder ist, Gluten wegzulassen", sagt Professor Andreas Pfeiffer von der Berliner Charité. "Für die allermeisten Menschen ist Gluten kein Problem. Im Gegenteil: Vollkornprodukte, die ja sehr wohl Gluten enthalten, sind sehr gesund. Jemand, der zwei Scheiben Vollkornbrot am Tag isst, hat ein geringeres Risiko für Diabetes oder Demenz."

Man solle also nicht freiwillig auf Gluten verzichten: "Da ist durchaus kommerzielles Interesse im Spiel, denn die glutenfreien Produkte sind meistens teurer als die herkömmlichen Produkte." Auch sei es falsch, auf Gluten zu verzichten, um abzunehmen. Im Gegenteil: Viele glutenfreie Produkte haben mehr Kohlenhydrate.

Kein Reismehl verwenden

Hinzu kommt: Glutenfreie Produkte werden meist aus Reis hergestellt. Reis ist oft mit Arsen belastet. Und das fanden die Wissenschaftler von der University of Illinois at Chicago im Urin ihrer Probanden, die sich glutenfrei ernähren. Und zwar doppelt so viel wie im Urin derjenigen, die Gluten essen. Außerdem hatten die Gluten-Vermeider 70 Prozent mehr Quecksilber im Blut. Auch dieses Schwermetall gilt als gesundheitlich bedenklich.

Wer auf Gluten verzichten muss oder möchte, sollte deshalb bei Ersatzprodukten darauf achten, nicht nur welche aus Reismehl zu verwenden. Als Beilage empfiehlt es sich statt Vollkorn- lieber geschälten Reis zu verwenden. Außerdem raten die Experten dazu, den Reis vor dem Kochen gut zu waschen und die Wasser- statt der Quellmethode zu wählen. Mit dem Wasser, das nach dem Kochen abgegossen wird, reduziert sich auch der Arsen-Gehalt etwas.​