Google feiert den Erfinder des Pap-Tests

George Papanicolaou: Im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs

Beim Pap-Test wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals auf Zellveränderungen hin untersucht. Einmal im Jahr sollten Frauen ab 20 Jahren den Test beim Gynäkologen durchführen lassen.
Beim Pap-Test wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals auf Zellveränderungen hin untersucht. Einmal im Jahr sollten Frauen ab 20 Jahren den Test beim Gynäkologen durchführen lassen.
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13. Mai 2019 - 14:13 Uhr

Papanicolaous Erfindung rettete vielen Frauen das Leben

Google ehrt heute (13. Mai) mit einem Doodle den Geburtstag von George Papanicolaou (1883–1962). Der Namen sagt Ihnen nichts? Die meisten Frauen werden ihn beziehungsweise seine Erfindung dennoch kennen: Der griechische Pathologe erfand den Papanicolaou-Abstrich, besser bekannt als Pap-Test, der 1928 erstmalig vorgestellt wurde. Durch diese einfache und kostengünstige Methode konnte die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich reduziert werden, die Sterblichkeit ging um zwei Drittel zurück.

Pap-Test: So wird der Gebärmutterhalskrebs entdeckt

Wenn eine Frau auf Gebärmutterhalskrebs untersucht wird, dann wird der sogenannte Pap-Abstrich gemacht. Das heißt, es wird mit einem langen Wattestäbchen etwas Zellgewebe vom Muttermund entnommen, also von dem Organ, welches den Gebärmutterhals mit der Scheide verbindet. Das Gewebe, das am Wattestäbchen hängen bleibt, wird unter dem Mikroskop untersucht. Wenn die Probe auffällig ist, wird sie anschließend auf HPV-Viren (Humane Papillomviren) getestet. Diese Untersuchung ist wichtig, da die Viren Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

Jüngere Frauen stecken sich häufiger mit HPV-Viren an

Was ist der Grund für diese Änderung? Laut Ärzten würden sich jüngere Frauen häufiger mit HPV-Viren anstecken. Meistens wehrt der Körper die Viren aber wieder ab, daher wird ein HPV-Test erst gemacht, wenn der Pap-Test Auffälligkeiten zeigt. Bei Frauen im mittleren Alter herrscht hingegen eine geringere Ansteckungsgefahr, weil sie oft in einer festen Partnerschaft sind. Aber fällt ein Test bei Frauen ab 35 positiv aus, so ist es wahrscheinlicher, dass ihr Körper die Viren nicht selbst abwehren kann. Laut Meinung von Gynäkologen reicht dennoch ein 3-Jahres-Rhythmus aus, weil sich diese Frauen seltener anstecken und Gebärmutterhalskarzinome sehr langsam entstehen.

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Ab 20 Jahre zur Vorsorge

Um eine Erkrankung möglichst früh erkennen zu können, kann jede Frau ab 20 Jahren einmal im Jahr auf Kassenkosten zur Vorsorge gehen. Ab dem 35. Lebensjahr ist der Pap-Test nur noch alle drei Jahre möglich. Und der HPV-Test wird von den Krankenkassen nur bezahlt, wenn der Pap-Abstrich auffällig war. Dafür wird der HPV-Test, der sonst nur bei Auffälligkeit gemacht wurde, direkt mit durchgeführt.

Der kombinierte Test (HPV- und Pap-Test) ab 2020 wird Teil der gesetzlichen Vorsorge, statt der derzeitigen jährlichen zytologischen Untersuchung per Pap-Test. Auch er wird also von der Kasse übernommen bei Frauen ab 35 Jahren.

Kann man sich gegen HPV-Viren impfen`?

Damit es gar nicht zur Ausbreitung der HPV-Viren kommt, wird eine Impfung von Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen neun und 14 Jahren empfohlen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten. Bisher ungeimpfte Mädchen können dies bis zu ihrem 17. Lebensjahr nachholen.

Erwachsene Frauen müssen die Kosten der Impfung meist selber tragen. Laut dem "Deutschen Krebsinformationsdienst" betragen die Kosten der drei Einzeldosen für den Impfstoff ca. 480 Euro. In Einzelfällen oder bei Vorbelastungen in der Familie kann es aber sein, dass die jeweilige Krankenkasse ein Auge zudrückt.

Im Video: Brustkrebs frühzeitig erkennen

Im Video sehen Sie, wie Blinde bei der Brustkrebs-Früherkennung helfen können.