Symptome, Ursachen und Behandlung

Darmeinstülpung beim Baby – sofortige Behandlung erforderlich

Starke Bauchschmerzen sind nur eines der Symptome für eine Darmeinstülpung. Kommt es zu diesem gefährlichen Vorgang, ist eine sofortige Behandlung erforderlich.
Starke Bauchschmerzen sind nur eines der Symptome für eine Darmeinstülpung. Kommt es zu diesem gefährlichen Vorgang, ist eine sofortige Behandlung erforderlich.
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23. September 2020 - 16:11 Uhr

Darmeinstülpung beim Baby: Gefährlicher Vorgang

Für eine Darmeinstülpung (Invagination) beim Baby ist das Ineinanderschieben des Darms kennzeichnend. Dieser Vorgang löst starke Bauchschmerzen aus. Ihr Baby neigt zum Erbrechen und Schocksymptome folgen. Eine solche Invagination muss umgehend behandelt werden. Überwiegend sind Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren von einer Darmeinstülpung betroffen. Durch das teleskopartige Einstülpen des unteren Dünndarmendes in den oberen Abschnitt des Dickdarms kommt es zu einer Unterbrechung der Blutversorgung beider Darmabschnitte. Die Darmwand nimmt dabei großen Schaden. Schlimmstenfalls stirbt diese sogar ab. Zur Verhinderung eines Darmverschlusses, einer Bauchfellentzündung oder eines Darmdurchbruchs ist eine schnelle Behandlung essenziell.

Auftretende Beschwerden einer Darmeinstülpung beim Baby

Eine Invagination beim Baby macht sich insbesondere durch diese Symptome bemerkbar:

  • Blässe, verbunden mit kaltem Schweiß
  • blutiger Durchfall
  • Erbrechen
  • extrem starke Bauchschmerzen
  • Unruhezustände
  • Symptome, die zeitweise abklingen, jedoch kurze Zeit danach erneut auftreten

Weiterhin schreit ein Baby bei einer Darmeinstülpung schrill und laut. Die Beine sind dabei angezogen. Verläuft die Erkrankung Ihres Babys schwer, stellen Sie in Kürze erste Anzeichen einer Austrocknung fest. Der Mund ist sehr trocken, Ihr Kind fühlt sich schlapp. Beim Wasserlassen färbt sich der Urin dunkel. Liegt die Invagination bereits länger vor, sehen Sie dies an schleimig-blutigen Durchfällen.

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Wie lässt sich eine Darmeinstülpung beim Baby behandeln?

Bemerken Sie bei Ihrem Baby die Symptome, sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren. Erfolgt nicht binnen einiger Tage nach Erkennen der Erkrankung eine Behandlung, kann dies das Leben Ihres Kindes gefährden.

Liegen keine Komplikationen vor, muss keine Operation erfolgen. Mithilfe eines Darmrohrs spült der Arzt Kochsalzlösung in den Enddarm. Diese kann den eingestülpten Darm wieder nach oben spülen. Eine zweite Variante der Behandlung besteht im Zuführen von Luft in den Enddarm. Mittels Luftdruck erfolgt die Abhebung der Darmeinstülpung. Ihrem Baby wird für diese Zeit eine Kurznarkose verabreicht. Per Ultraschall wird der Behandlungserfolg kontrolliert.

Wann muss bei einer Invagination beim Baby operiert werden?

Eine Operation ist immer dann erforderlich, wenn es zu Komplikationen kommt. Andererseits muss auch operiert werden, wenn die konservative Therapie keinen Erfolg bringt. Sind bereits Tumore oder Fehlbildungen vorhanden, muss der Arzt die Darmeinstülpung ebenfalls operativ entfernen. Dies kann schonend mithilfe einer Bauchspiegelung erfolgen. Erst wenn keine Erfolgschancen bestehen, ist eine Öffnung der Bauchhöhle erforderlich.

Lässt sich die Einstülpung während der Operation nicht lösen, müssen gegebenenfalls die ineinander gestülpten Teile komplett entfernt werden. Zur Verhinderung einer weiteren Einstülpung kann der Kinderchirurg während der Bauchspiegelung den Dünndarm mit dem Dickdarm vernähen.

Erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Darmeinstülpung beim Baby

Für das Entstehen einer Darmeinstülpung beim Baby sind bislang keine präzisen Auslöser bekannt. Fachleute gehen von einem Zusammenhang mit Darmentzündungen oder Virusinfektionen aus. Rund zehn Prozent aller Patienten verfügen über

  • Fehlbildungen
  • Tumore am Darm
  • vergrößerte Lymphknoten

Vergrößerte Lymphknoten lassen auf eine Darminfektion schließen, in den meisten Fällen bilden diese sich wieder zurück. Kommt es zu bleibenden Veränderungen an der Darmform, tritt die Invagination gehäuft auf. Etwa 80 Prozent aller Darmeinstülpungen beim Kleinkind treten zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat in Erscheinung.