Durchbruch in der Optogenetik

Dank Gentherapie: Blinder Mann kann wieder sehen

Dank einer speziellen Gentherapie kann ein 58-jähriger Franzose wieder sehen.
Dank einer speziellen Gentherapie kann ein 58-jähriger Franzose wieder sehen.
© iStockphoto, electravk; Symbolfoto

25. Mai 2021 - 17:56 Uhr

Franzose (58) war durch Retinitis pigmentosa erblindet

Es ist ein medizinischer Durchbruch: Zum ersten Mal ist es Experten gelungen, einem blinden Patienten mithilfe einer optogenetischen Therapie das Sehen wieder zu ermöglichen. Der Patient, ein 58-jähriger Franzose, war zuvor durch die Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa jahrzehntelang blind gewesen.

Nach der Gentherapie könne der Mann nun Gegenstände erkennen, die vor ihm auf dem Tisch stehen, wie das Forscherteam der University of Pittsburgh School of Medicine, der Universität Basel und der Universität Sorbonne im Fachjournal "Nature Medicine" beschreiben. Beim Spazieregehen sei es dem Patienten nun auch möglich, Zebrastreifen zu erkennen - er könne sogar zählen, wie viele Streifen ein Übergang hat.

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Neues Augenlicht durch Vireninjektion

In der Studie injizierten die Wissenschaftler Viren in ein Auge des Mannes. Diese Viren beinhalteten genetische Informationen, um das lichtempfindliche Protein ChrimsonR zu bauen. Mithilfe des ChrimsonR bildet sich in den Zellen der unteren Netzhaut wiederum ein Kanal, durch den Lichtsignale ins Sehzentrum des Gehirn weitergeleitet werden. Da normales Tageslicht jedoch nicht ausreicht, um die Lichtsignale durch den Kanal ins Hirn zu transportieren, entwickelten die Wissenschaftler eine Spezialbrille für ihren Studien-Probanden. Diese leitet die Bilder der Umgebung in der richtigen Intensität auf die Netzhaut weiter.

Was ist Retinitis Pigmentosa?

Retinitis Pigmentosa (RP), auch auch Retinopathia pigmentosa genannt, ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die das Absterben der Sehzellen bewirkt und die nur in den seltensten Fällen behandelbar ist. Ausgelöst wird die Erkrankung durch verschiedene Gen-Mutationen. Sie führt erst zu einem eingeschränkten Sehfeld – und endet schlimmstenfalls mit Blindheit. Eine Retinitis Pigmentosa kann etwa dahinterstecken, wenn Autofahrer über schwere Nachtblindheit, Tunnelblick oder einer Beeinträchtigung des Farbsehens klagen. In Deutschland sind etwa 30.000 bis 40.000 Menschen von den verschiedenen Formen der Retinitis Pigmentosa betroffen. (dhe)

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