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Neue RKI-Zahlen: HIER stecken sich Deutsche am häufigsten mit Corona an

31. August 2020 - 14:29 Uhr

Verkehrsmittel? Büro? Oder doch in Schule und Kita?

Viele Menschen meiden in der Corona-Krise öffentliche Verkehrsmittel, verzichten auf den Sommerurlaub, arbeiten aus dem Homeoffice und haben Bedenken, wenn die Kinder wieder in Schule und Kindergarten gehen. Das ist auch vollkommen richtig so, denn vermeidbare Infektionsgefahren sollten auch weiterhin gering gehalten werden. Allerdings zeigen aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI), dass dies gar nicht die Orte sind, an denen sich die meisten Menschen anstecken. Wo das ist, woran es liegt und was man dagegen tun könnte, verrät Virologe Prof. Hendrik Streeck im Video.

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Wie kommen die Zahlen zustande?

Für eine Studie hat das RKI ausgewertet, wo sich die meisten Menschen bei anderen angesteckt hatten. Dazu dienten 55.000 der gemeldeten Infektionsfälle aus ganz Deutschland, also etwa 27 Prozent aller hier erfassten Corona-Fälle, die mindestens einem bestimmten Ansteckungsort zugeordnet werden konnten. Für die Analyse wurde jedoch immer nur die unterste Ausbruchsebene als Auslöser berücksichtigt.

Dadurch zeigte sich Folgendes: "Die weitaus meisten Ausbrüche wurden im privaten Haushalt detektiert, gefolgt von Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen." Dies schreibt das RKI in einem Artikel zu der Studie. "Im Durchschnitt waren die Ausbrüche in Flüchtlings- und Asylbewerberheimen, in Alten- und Pflegeheimen sowie in Seniorentagesstätten am größten."

Zusammen Wohnende stecken einander am häufigsten an

Es haben sich also insgesamt am meisten Menschen zu Hause bei ihren Mitmenschen angesteckt. Dies führt jedoch in der Regel nur zu kleinen Ausbrüchen mit durchschnittlich 3,2 Infizierten.

Insgesamt haben sich in Alten- und Pflegeheimen sowie in Flüchtlingsunterkünften zwar weniger Menschen angesteckt als in privaten Haushalten, dafür ziehen Ausbrüche dort im Schnitt 19 bzw. 21 Infektionen nach sich.

Größte Gefahr für eine Übertragung des Coronavirus ist es also, wenn Menschen zusammen wohnen. Das RKI empfiehlt, dass in Wohneinrichtungen daher verstärkt auf Masken und Abstand zurückgegriffen wird.

Wo ist die Gefahr einer Ansteckung sonst noch hoch?

Laborbestätigte COVID-19-Fälle, die einem Ausbruch zugeordnet wurden, nach Infektionsumfeld und Meldewoche (Datenstand 11.8.2020).
Laborbestätigte COVID-19-Fälle, die einem Ausbruch zugeordnet wurden, nach Infektionsumfeld und Meldewoche (Datenstand 11.8.2020).
© Epidemiologisches Bulletin, RKI

Ein weiterer größerer Ausbruchsort sind medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Arztpraxen und Reha-Einrichtungen. Auch der Arbeitsplatz ist als Infektionsumfeld nicht unerheblich, wobei hier die hohen Fallzahlen auch auf besonders große Ausbrüche wie den in der Fleischfabrik Tönnies zurückzuführen ist.

Was erfreulich ist: Die Ausbrüche in Verkehrsmitteln, Gaststätten und Hotels sind relativ gering. Das bestätigt den Kurs in Sachen Hygienekonzepten. Zum anderen zeigen die fehlenden Ausbrüche im Park, Wald oder Zoo, dass Frischluft ebenfalls hilft, eine Übertragung zu erschweren.

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