Studie: Virus teilweise noch wochenlang nachweisbar

Sind Coronavirus-Patienten länger ansteckend als gedacht?

Bei einigen Genesenen wurde das Coronavirus später erneut nachgewiesen.
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27. Mai 2020 - 12:58 Uhr

Coronavirus bei Genesenen noch Wochen später nachweisbar

Berichte über Corona-Patienten aus Südkorea und China, die als genesen galten und später erneut positiv getestet wurden, beschäftigen Wissenschaftler und Ärzte. Eine neue Studie zeigt jetzt: Bei einigen als genesen geltenden Covid-19-Patienten kann das Coronavirus tatsächlich auch Wochen später noch nachgewiesen werden.

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Offiziell Genesene wurden erneut positiv getestet

Die Berichte aus Südkorea hatten Beunruhigung ausgelöst: Fast 450 als genesen geltende Covid-19-Patienten waren später erneut positiv getestet worden. Eine neue Studie aus China belegt nun, dass Corona-Patienten das Virus noch lange nach ihrer Genesung freisetzen können. Auslöser für die Studie waren zwei offiziell genesene Patienten aus einer Klinik im chinesischen Loudi, die erneut mit Covid-19-Symptomen eingeliefert und - ähnlich wie die Patienten in Südkorea - wieder positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Daraufhin untersuchten die Ärzte 58 weitere als gesund entlassene Patienten. Und tatsächlich: Bei zehn von ihnen konnte das Virus erneut nachgewiesen werden.

Ärzte konnten erneut Coronaviren nachweisen

Laut der Studie waren alle Patienten vier bis 24 Tage zuvor als genesen aus der Klinik entlassen worden. Da zeigten sie keine Corona-Symptome mehr und waren zweimal negativ getestet worden. Bei der neuen Untersuchung konnten die Ärzte allerdings erneut Coronaviren nachweisen: Bei fünf getesteten Patienten war ein Nasen-, bei sechs ein Analabstrich, bei einem sogar beide Abstriche positiv. Laut der Studienautoren könnte letzterer Patient ab Krankheitsausbruch ganze 56 Tage lang das Virus freigesetzt haben.

Unklar, ob entdeckte Viren infektiös sind

Dass sich die Patienten zu Hause erneut angesteckt haben, wie dies bei früheren Fällen anfänglich vermutet worden war, schließen die chinesischen Ärzte aus. Die Patienten hätten sich in häusliche Quarantäne begeben, zudem hätte es in ihrem Umkreis nur sehr wenige Corona-Fälle gegeben. Warum allerdings die ersten Tests negativ ausfielen, beantwortet die Studie nicht.

Die Studienautoren um Jinru Wu von der Universität in Changsha betonn, dass weitere größere Studien nötig seien, um Aussagen und Entscheidungen über einen möglicherweise veränderten Umgang mit Corona-Genesenen zu treffen. Außerdem müsse untersucht werden, ob die entdeckten Viren überhaupt infektiös seien: In Stuhlproben seien bislang keine infektiösen Viren nachgewiesen worden.

Kein Hinweis darauf, dass Getestete andere Menschen angesteckt haben

Forscher in Südkorea kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: In den Proben fanden sie keine vermehrungsfähigen Viren vom Typ Sars-CoV-2 mehr. Außerdem bekamen sie keinen sicheren Hinweis darauf, dass die Getesteten andere Menschen angesteckt hätten. Dazu werteten die Wissenschaftler Informationen über fast 800 Personen aus, mit denen die Patienten Kontakt hatten, als sie zum zweiten Mal positiv getestet worden waren. 27 der Kontaktpersonen hatten sich zwar ebenfalls mit Sars-CoV-2 infiziert, aber alle hatten außerdem Kontakt mit akut Infizierten.

Alle untersuchten Patienten hatten Antikörper gebildet

Zudem konnten die Wissenschaftler bei allen untersuchten Patienten Antikörper nachweisen. Bisherige Studien deuten darauf hin, dass Genesene in der Regel Antikörper gegen das Virus produzieren. Noch ist aber nicht geklärt, ob diese wirklich bei allen Betroffenen in ausreichender Menge vorhanden sind, um vor einer erneuten Ansteckung zu schützen. Daher warnt auch die Weltgesundheitsorganisation WHO davor, Genesene als immun zu betrachten.

Quellen: ntv.de, hny, RTL.de

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