Die wichtigsten Infos zur häuslichen Quarantäne

Corona-Quarantäne: Was darf ich jetzt überhaupt noch?

Zeit auf dem Balkon ist auch in der Corona-Quarantäne erlaubt.
© Sophia Haak

22. Oktober 2020 - 17:29 Uhr

von Sophia Haak

Es braucht nur eine Risiko-Begegnung, die etwa durch die Corona-Warn-App als rot-gekennzeichnete Warnung angezeigt wird, und man gilt als Kontakt 1. Grades. Ab dann hat das Gesundheitsamt das Sagen und ordnet nicht nur einen Corona-Test an, sondern schickt einen sofort in häusliche Quarantäne. Aber an welche Regeln muss man sich dann halten?

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Plötzlich Ausgangssperre

Wenn ich am Dienstag gewusst hätte, dass ich vorerst das letzte Mal spazieren gehe, hätte ich aus einer kleinen Runde am Neckar eine große gemacht. Ich war bereits die ganze Woche im Homeoffice, doch die Nachricht aller Nachrichten kam am Mittwoch. Überbringer der Botschaft: Das Gesundheitsamt Mannheim! Man teilte mir mit, dass ich Kontaktperson 1. Grades sei, denn in meinem Umfeld gibt es jemanden, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

„Verlassen Sie nicht die Wohnung!“

Obwohl wir alle tagtäglich mit Corona-News konfrontiert werden, haut mich diese Nachricht um. Bevor ich in Selbstmitleid versinke, kommen direkt die Anweisungen vom Gesundheitsamt. Ab sofort stünde ich unter häuslicher Quarantäne und zwar bis einschließlich Dienstag, den 27.Oktober. Da habe ich ja noch Glück im Unglück, denke ich sofort: Mich erwartet somit nur eine Woche Quarantäne.

Alternativ zum Gesundheitsamt kann auch die Corona-Warn-App Alarm schlagen, sobald ein engerer Kontakt ein positives Testergebnis einstellt. Die Anzeige der Risikobewertung springt dann auf rot um und es erscheinen Anweisungen, was als nächstes zu tun ist. Je mehr Menschen die App installiert haben, desto zuverlässiger funktioniert die Nachverfolgung. Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen zur App.

Ausnahme: Corona-Test

Mein letzter Freigang: Der Weg zum Corona-Test. Zwischen 8:30 und 16 Uhr müsse ich mich testen lassen, das Ergebnis komme voraussichtlich 24 Stunden später. Ein Passwort gibt's noch obendrauf, denn wie ich später am eigenen Leib erfahre, kommt man ohne den Gesundheitsamt-Geheimcode keine 10 Meter auf das Krankenhausgelände.

Alle wichtigen Informationen zum Ablauf eines Corona-Tests finden Sie hier. 

Mehr Fragen als Antworten

Nach dem Telefonat vergehen gerade einmal ein paar Sekunden und schon schießen mir die ersten Fragen durch den Kopf: Wie komme ich denn überhaupt zur Klinik? Darf ich noch mit der Bahn fahren oder muss ich laufen? Kann ich noch kurz in den Supermarkt für eine Erstversorgung?

Fragen über Fragen und keine Antworten. Bis auf das Quarantäne-Basiswissen, finde ich auch im Internet keine Antworten. Auf der Seite des Robert-Koch-Instituts und des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe heißt es im Zweifel "Fragen Sie das Gesundheitsamt".

Keinen Fuß vor die Tür setzen

Und das tue ich. Die Antwort auf all meine Fragen ist dieselbe: Sie müssen in der Wohnung bleiben. Selbst der Gang zum Briefkasten ist verboten. Von nun an bin ich auf nette Nachbarn und hilfsbereite Freunde angewiesen, die für mich einkaufen, den Müll rausbringen und Post holen.

Hinterher ist man immer schlauer

Es kann uns alle jeden Tag treffen. Deshalb mein Tipp an jeden, der sich noch nicht in häuslicher Quarantäne befindet: Vorbereitung ist das A und O! Damit meine ich keine Hamsterkäufe, sondern Absprachen treffen: Wer kann während der Quarantäne Dinge für mich erledigen oder besorgen? Für alle Hundebesitzer: Auch Gassigehen ist tabu! Gibt es jemanden, der das stattdessen erledigen kann?

Jetzt heißt es warten

Sollte das Testergebnis negativ sein, bleibe ich trotzdem vorerst in Quarantäne. Bei so viel Zeit zuhause kommen bestimmt noch mehr Fragen auf. Dann ist der nächste Anruf beim Gesundheitsamt gewiss…